54-Jähriger vor einfahrenden Zug „geschubst“ – Tatverdächtig: syrisches Brüderpaar

Guten Morgen liebe Hessen,

Katrin Göring-Eckardt (KGE) hat allen Grund, sich zu freuen. Denn unser Land hat sich – wie sie im November 2015 zutreffend prognostizierte – geändert. Und zwar drastisch. So werden seit einigen Jahren zunehmend Polizeibeamte und Einsatzkräfte angegriffen und verletzt. Es werden auf offener Straße bestialische Morde begangen, mit Messern, Schwertern und Äxten. Die Polizei empfiehlt Frauen, nicht mehr alleine auszugehen oder zu joggen und „eine Armlänge Abstand“ zu halten. Eine Nicht-Beachtung der Warnungen kann tödlich enden, wie z.B. in Freiburg, Kandel oder Wiesbaden.

Und auch der Besuch eines Bahnhofs ist nicht mehr so sicher wie früher. Da wird man schnell mal die Treppe heruntergestoßen oder vor einen heranfahrenden Zug „geschubst“ – wie es die Presse meist täterfreundliche formuliert. So wie am 28. Juli im badischen Waghäusel bei Karlsruhe. Dort wird ein 54-Jähriger von einem Mann ins Gleisbett gestoßen. Dieser versucht, wieder auf den Bahnsteig zu klettern, wird jedoch von dem Begleiter des Angreifers daran gehindert, so dass ein einfahrender Zug den Mann überrollt. Der Mann wird zwar schwer verletzt, überlebt aber und befindet sich zwischenzeitlich auf dem Weg der Besserung. Die Verletzungen haben sich zum Glück als nicht lebensbedrohlich erwiesen. Die Täter fliehen vom Tatort, können aber kurze Zeit später gefasst und inhaftiert werden. Bei ihnen handelt es sich um zwei Brüder, 22 und 25 Jahre alt (1).

Die beiden Brüder stammen aus Syrien und wurden in einer Asylbewerberunterkunft festgenommen. Auf ihre Spur kamen die Ermittler aufgrund von Zeugenhinweisen, die die beiden als „orientalisch“ aussehend beschrieben hatten (2). Offensichtlich hatte die Polizei dann tatsächlich nach orientalisch aussehenden jungen Männern gefahndet. Das ist klassisches Racial profiling! Die Täter werden von mehreren Zeugen als junge Männer mit orientalischem Erscheinungsbild beschrieben und die Polizei fahndet nicht nach japanischen Geschäftsleuten, Müttern mit Kinderwagen oder Rentnerinnen. Und auch nicht nach Schwarzafrikanern. Sondern gezielt und ausschließlich nach orientalisch aussehenden jungen Männern. Und die sucht es nicht etwa im Karlsruher Schlossgarten, auf dem Campus der Technischen Hochschule oder in der Wohnsiedlung Waldstadt, sondern dort, wo die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, die Täter zu finden: in einer Asylbewerberunterkunft. Auch das zutiefst rassistisch und diskriminierend, weil damit alle Bewohner der Unterkunft dem Generalverdacht krimineller Aktivitäten ausgesetzt werden.

Immerhin wurden die Tatverdächtigen gefasst und inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Anklage wegen Mordversuchs und Beihilfe dazu – bedroht mit bis zu lebenslanger Haftstrafe. Es bleibt abzuwarten, was davon übrigbleibt. Möglicherweise – wie in vielen anderen Fällen – eine schwere Körperverletzung, für die es bei entsprechenden Milderungsgründen (Traumatisierung durch Flucht mit einem undichten Schlauchboot und dadurch bedingt psychische Erkrankung) ein bis zwei Jahre gibt, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Und natürlich auch keine Abschiebung in die Heimat, so dass uns die beiden auch weiterhin erhalten bleiben und sich an der drastischen Veränderung des Landes beteiligen können. KGE wird sich freuen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.heidelberg24.de/region/waghaeusel-mann-gleis-zug-gestossen-polizei-fahndung-asyl-unterkunft-syrer-zeugen-karlsruhe-zr-90014271.html
(2) https://www.faz.net/2.1844/haftbefehl-gegen-zwei-verdaechtige-die-mann-vor-zug-gestossen-haben-sollen-16883320.html

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