70 Jahre nach Luftbrücke: rot-rot-grüner Berliner Senat verweigert „Rosinenbomber“ den Überflug

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor 70 Jahren wurde von den Sowjets der Landzugang von den westlichen Besatzungszonen nach West-Berlin blockiert. Ziel war es, die Stadt auszuhungern und so der sowjetischen Besatzungszone anzugliedern. Die Westmächte organisierten jedoch eine Luftbrücke, die fast ein Jahr lang die Versorgung der Stadt auf dem Luftweg sicherstellte. Im Minutentakt schwebten Flugzeuge auf dem Flughafen Tempelhof ein und transportierten alles, was die Bevölkerung benötigte. Einige Piloten warfen damals kurz vor der Landung Süßigkeiten für die in der Einflugschneise wartenden Kinder ab (daher die Bezeichnung „Rosinenbomber“).

Am letzten Sonntag waren anlässlich des runden Jubiläums in Berlin 13 historische Flugzeuge vom Typ DC 3 nach Berlin gekommen. Auch der ehemalige Luftbrücken-Pilot Gail Halvorsen (98) war erschienen. Der Berliner Senat (SPD/Grün/Links) hatte jedoch keine Genehmigung zum Überflug der Innenstadt noch zum Abwerfen von Süßigkeiten oder zur Landung erteilt. Auch der Schirmherr der Luftbrücken-Veranstaltung, Bundespräsident Steinmeier (SPD) sorgte nicht für eine Genehmigung. Die Organisatoren sind zu Recht äußerst verärgert.

Ursache nach Angaben des Senats: Unterlagen seien nicht vollständig und korrekt eingereicht worden. Man kann sich vorstellen, dass der Senat den Antrag der Organisatoren besonders penibel geprüft und dabei vielleicht tatsächlich einen marginalen Formfehler entdeckt hat. Gut, dass der Berliner Senat 1948 die Frage der Überflug- und Landegenehmigung nicht mit derselben Akribie geprüft hat. Wahrscheinlich wäre kein einziger Rosinenbomber gelandet und die Berliner Bevölkerung wäre ohne Lebensmittel und Brennstoff eine leichte Beute der sowjetischen Besatzer geworden.

Aber der heutige Berliner Senat ist auch mit Wichtigerem beschäftigt als der Frage von Überflugrechten für einige Oldtimer. Zum Beispiel mit dem Hauptstadt-Flughafen. Der hätte schon 2012 eröffnet werden sollen, schleppt sich aber seither von Panne zu Panne und wird aller Voraussicht nach überhaupt nicht mehr in Betrieb genommen – jedenfalls nicht in der vorgesehenen Form. Oder der Görlitzer Park, ein bekannter Dealer-Treffpunkt. Dort hatte der Senat schmale Flächen auf dem Boden farbig gekennzeichnet, auf denen jeweils zwei Dealer stehen können. Dabei gehe es nicht um eine Legalisierung des Drogenverkaufs, vielmehr sollten die anderen Parkbesucher weniger gestört werden und nicht mehr durch ein Spalier laufen müssen, sagte der zuständige Parkmanager im „RBB“ zu seiner Idee. Man darf gespannt sein, was sich der Senat als nächstes einfallen lässt: farbig markierte Zonen für Vergewaltiger oder Messerstecher. Nichts ist undenkbar.

Und so hat Berlin eine einmalige Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, angemessen an ein historisches Ereignis zu erinnern und den damaligen Besatzern und Rettern den gebührenden Dank zu erweisen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

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