8.000.000.000 Menschen Marke erreicht Viele Politiker sehen Probleme nicht

Guten
Morgen liebe Hessen,

Mitte
November 2022 war es soweit: die Weltbevölkerung ist auf 8 Milliarden
angewachsen. Rückblick: den Homo sapiens gibt es seit etwa 300.000 Jahren. Zu
Beginn der heutigen Zeitrechnung – also bei Christi Geburt – gab es weltweit
etwa 200 Millionen Menschen, um das Jahr 1800 waren es dann eine Milliarde,
1930 waren es zwei, 1960 drei und etwa 1975 vier Milliarden (1, 2). Anders
formuliert: in den letzten 45 Jahren hat sich die Menschheit verdoppelt, in den
letzten 90 Jahren vervierfacht. Und es gibt nicht wenige Menschen, die diesen
Zeitraum erlebt haben.

Das
Bevölkerungswachstum ist jedoch nicht gleichmäßig. Während in vielen Ländern –
wie etwa Japan oder Deutschland – das Wachstum stagniert oder rückläufig ist, wächst
die Bevölkerung in anderen Ländern rasant. Besonders ausgeprägt ist dieses
Wachstum in Afrika. Auf dem ganzen Kontinent lebten 1960 – also zum Zeitpunkt
der Beendigung der Kolonialherrschaft – etwa 120 Millionen, heute sind es 1,4
Milliarden – mithin fast sechsmal mehr innerhalb von etwa 60 Jahren. Und das
Wachstum geht weiter: so werden z.B. in Nigeria im Jahr 2050 etwa viermal so
viele Menschen leben wie heute (2). In ganz Afrika werden dann etwa 2,5
Milliarden leben, am Ende dieses Jahrhunderts sogar 4,3 Milliarden und damit 40
Prozent der Weltbevölkerung (1). Dabei gibt es einen deutlichen Zusammenhang
zwischen dem Entwicklungsstand eines Landes und der Bevölkerungszunahme: je
höher die Entwicklung, desto geringer die Geburtenrate. Insbesondere besteht
ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildungsstand (vor allem der Frauen) und
der Geburtenrate.

Die
meisten Politiker nehmen diese Entwicklung als naturgegeben hin und sehen kein
Problem in der Bevölkerungszunahme und damit auch keine Notwendigkeit eines
Eingreifens. Im Gegenteil: nicht wenige feiern das Wachstum der Bevölkerung,
weil sich damit die eigene Machtposition oder die finanzielle Situation
verbessert. Und das gilt nicht etwa nur für Staaten, sondern auch für kleinere
Einheiten, wie etwa Kommunen. So wurde z.B. in Frankfurt das Erreichen der
700.000-Marke und der 750.000-Marke groß gefeiert, denn mehr Bürger bedeuten
auch mehr Steuereinnahmen und Zuwendungen über den kommunalen Finanzausgleich.
Dass mehr Bürger auch deutlich mehr Geld – z.B. für Wohnungen, Schulen, Kitas,
Verkehrswege, Sozialleistungen etc. – kosten, hat dabei niemanden interessiert.
Vor allem aber hat keiner der Verantwortlichen offensichtlich bedacht, dass die
Fläche der Stadt (wie auch der gesamten Erde) endlich und damit begrenzt ist
und sich dort keine unbegrenzte Anzahl von Personen unterbringen lässt. Folge:
die Flächen werden zunehmend zubetoniert und versiegelt, Grün- und
Erholungsflächen fallen weg, die Bewohner müssen enger zusammenrücken und damit
sinkt zwangsläufig die Lebensqualität. Hinzu kommt, dass jeder einzelne Mensch
CO2 produziert und damit den CO2-Anteil in der Luft erhöht. Wer also an einen
direkten Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Luft und der Erderwärmung
glaubt, müsste somit versuchen, der Bevölkerungsentwicklung entgegenzutreten.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/476473/2-3

(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/470262/7

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