SYRER TÖTET EHEFRAU – wegen verletzter Ehre

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Integration von Zuwanderern wurde in früheren Zeiten – z.B. bei den Einwanderungswellen im 19. Jahrhundert – als Assimilation betrachtet, d.h. als vollständige Anpassung der Migranten an die aufnehmende Gesellschaft. Dieses Leitbild der Assimilation wurde vor allem aufgrund seiner ethnozentrischen, homogenisierenden Grundhaltung zunehmend kritisiert und durch die Politik durch das Gegenmodell des „ethnischen Pluralismus“ verdrängt, das von einer Beibehaltung ethnischer Besonderheiten von Gruppen in modernen Gesellschaften ausgeht (1).

Dieses Gegenmodell wird in Deutschland seit langem praktiziert. Zuwanderern wird ihre eigene kulturelle Identität zugestanden, die sie nicht aufgeben müssen. Das fängt bei der Sprache an. Es gibt zwar zahlreiche Angebote, die deutsche Sprache zu erlernen, aber niemand muss davon Gebrauch machen. Wozu auch: auf jeder Behörde gibt es Mitarbeiter, die die gängigen Zuwanderersprachen beherrschen und alle amtlichen Merkblätter gibt es in zahlreichen Sprachen. Und selbstverständlich gibt es heimatsprachliche Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte. Und auch religiöse Besonderheiten werden akzeptiert. Wenn religiöse Vorschriften den Gesetzen des Landes widersprechen, gibt es Ausnahmeregelungen oder Gerichte, die Ausnahmen zulassen – so beim Schächten, bei der Kinderehe oder der Polygamie. Und selbst die deutsche Staatsangehörigkeit kann man ohne Deutschkenntnisse und tief verwurzelt in archaischen Strukturen erwerben, wie z.B. jedes Ehepaar aus Pakistan, das vor einigen Jahren die eigene – in Deutschland geborene – Tochter ermordete, weil sie ihren Partner selbst ausgewählt hatte und selbst nach fast 30 Jahren in Deutschland vor Gericht einen Dolmetscher benötigte (2).

Aktuelles Beispiel einer Integration in eine multiethnische und multikulturelle Gesellschaft: in Paderborn hat vor einigen Tagen der 29-jährige Syrer Wahid A. seine 20-jährige Frau Nuha, Mutter dreier gemeinsamer Kinder, nach einem Streit getötet. Als Grund der Tat wird angenommen, dass die Ehefrau vorhatte, ihren Mann zu verlassen. Der Mann hatte seinem Opfer die Kehle durchgeschnitten (3). Der WDR sprach rücksichtsvoll von „Gewalteinwirkung im Halsbereich“. Bei der Sektion fanden die Rechtsmediziner weitere Stich- und Schnittverletzungen (4).

Wahid A. kam im Mai 2015 aus Idlib nach Deutschland. Seine damals 15-jährige Ehefrau kam mit den beiden gemeinsamen Kindern im Oktober 2015 im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland. In der Ehe gab es Streit. Der Mann war davon überzeugt, dass seine Frau eine Affäre mit einem Verwandten hatte. Nach der Tat stellte sich der Mann und sagte: „Sie hat gelogen und mich betrogen. Ich habe sie getötet und die Schande von meiner Ehre gewaschen“ (5). Ganz offensichtlich hatte der Schutzsuchende Syrer innerhalb von mehr als 5 Jahren nicht realisiert, dass er inzwischen einem Land lebt, in dem andere Regeln gelten als in der Heimat. Ein Land, in dem es Gleichberechtigung gibt und in dem sich eine Frau straflos von ihrem Ehemann trennen kann. Dabei ist ihm selbst vermutlich kein Vorwurf zu machen, denn wahrscheinlich hat es ihm niemand erklärt. Im Gegenteil: möglicherweise ist ihm im Integrationskurs beigebracht worden, dass fremde Kulturen hier willkommen sind.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/269373/integrationstheorien
(2) https://www.stern.de/panorama/stern-crime/ehrenmord-in-darmstadt–eltern-zu-lebenslanger-haft-verurteilt-6584226.html
(3) https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Paderborn/Paderborn/4307707-Kehle-durchgeschnitten-Ehemann-in-Haft-Mutter-getoetet-drei-Kinder-in-Obhut
(4) https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/tote-kehle-gewalttat-paderborn-polizei-100.html
(5) https://www.bild.de/news/inland/news-inland/syrer-20-schnitt-ihr-die-kehle-durch-hier-liegt-ein-frauenmoerder-73824190.bild.html

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