ABDULLAH Z. AUS FRANKFURT FORDERT Schwimmbad nur für Muslime – gute Idee: dann aber auch ein Schwimmbad nur für Nicht-Muslime

Guten Morgen liebe Hessen,

Im deutschen Kaiserreich wurde auf Sitte und Moral großen Wert gelegt. Deshalb gab es damals in öffentlichen Badeanstalten geschlechtergetrenntes Schwimmen: ein Becken für Männer und eines für Frauen. Mit dem Ende der Monarchie wurde diese Trennung abgeschafft – jedenfalls für die nächsten 100 Jahre. Jetzt ist sie wieder da. Seit einiger Zeit wird immer wieder die Forderung nach Schwimmzeiten für Frauen in öffentlichen Schwimmbädern erhoben. Gefordert wird dies von muslimischen Verbänden oder der kommunalen Ausländervertretung (die aber meist überwiegend aus Muslimen besteht). Und in manchen kommunalen Schwimmbädern gibt es bereits eigene Schwimmzeiten für Frauen – selbstverständlich mit ausschließlich weiblichem Aufsichtspersonal. Das ist den Ausländerbeiräten jedoch zu wenig – sie fordern eine Ausweitung. Denn der Bedarf sei vorhanden, „da gerade muslimischen Frauen aus medizinischen Gründen das Schwimmen empfohlen werde“ (1).

Denn – so ein Ausländerbeirat – „die Freude an persönlichem Handlungsspielraum“ und die Förderung der Gesundheit könnten für einen besseren sozialen Anschluss sorgen und eine gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinschaftsleben der Stadt gewährleisten: „dies sind wirkungsvolle individuelle und sozialpolitische Faktoren der breit verstandenen Integration“ (2). Dass geschlechtsgetrennte Schwimmzeiten grundgesetzwidrig sind, stört offensichtlich weder die Ausländerbeiräte noch diejenigen Kommunalpolitiker, die entsprechende Beschlüsse fassen. Denn die Beschränkung eines öffentlichen Angebots auf bestimmte Personengruppen unter Ausschluss anderer Gruppen widerspricht dem Grundsatz der Gleichbehandlung.

Ein muslimischer Mitbürger aus Frankfurt – Abdullah Z. – geht das alles nicht weit genug. Er fordert „Ein Bad für Gläubige“. Nach seiner Meinung ist die Einrichtung eines „islamischen Schwimmbades“ längst überfällig. Er selbst sei seit 25 Jahren nicht mehr geschwommen ist, da der Besuch eines öffentlichen Bades seinem Glauben widerspricht. Denn die deutsche Schwimmbadkultur ist mit der islamischen unvereinbar: „zu viel nackte Haut und zu viele Regeln, gegen die ein gläubiger Muslim verstoße, wenn er ein öffentliches Schwimmbad besuche“. Der verpflichtende Schwimmunterricht setzt nach seiner Überzeugung viele muslimische Familien unter Druck. Viele würden ihre Kinder – und vor allem Mädchen – mit ärztlichen Attesten vom Unterricht befreien lassen. Wenn Muslime jedoch nicht schwimmen lernen, fühlten sie sich ausgeschlossen. Die Realisierung eines „islamischen Schwimmbades“ könne die emotionalen Bindungen vieler Muslime positiv beeinflussen: „denn nur wer sich verstanden und akzeptiert fühlt, wird sich auch beheimatet fühlen“.

Ein Schwimmbad nur für Gläubige – zunächst eine absurde Vorstellung, aber unter einer grün-rot-schwarzen Regierung durchaus möglich. Was vielen Bürgern, die sich dem Grundgesetz verpflichtet fühlen, zunächst undenkbar erscheint, hätte auf den zweiten Blick möglicherweise durchaus positive Aspekte. Wenn es ein Schwimmbad für „Gläubige“ (Muslime) gibt, zu dem „Ungläubige“ (Nicht-Muslime) keinen Zutritt haben, muss es umgekehrt auch Bäder geben, die nur für Nicht-Muslime reserviert sind. Muslime haben dort keinen Zutritt. Hätte es solche Schwimmbäder bereits im vergangenen Sommer gegeben, hätten manche unangenehmen Vorfälle – wie etwa in Düsseldorf oder München (4, 5) – vermieden werden können. Insofern sollte man über eine strenge Trennung der Religionen – wie sie Abdulla Z. fordert – durchaus nachdenken.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.op-online.de/hessen/schwimmen-nach-geschlechtern-6614742.html
(2) https://www.fr.de/rhein-main/cdu-org26591/schwimmzeiten-frauen-10998637.html
(3) https://epaper.faz.net//webreader-v3/index.html#/461183/34-35
(4) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/460462/28-
(5) https://www.tz.de/muenchen/muenchen-schueler-14-missbraucht-maedchen-in-hallenbad-kabine-zr-12889072.html

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