ABSCHIEBUNG HÄTTE LEBEN GERETTET: Verurteilter Somalier, nach versuchtem Totschlag aus Haft entlassen, tötete Mitbewohner

Guten Morgen liebe Hessen,

„Tödliche Attacke in Asylunterkunft“ – so titelte die BILD-Zeitung kürzlich. Eigentlich nichts Besonderes und auch kein Grund, den Artikel zu lesen (1). Was wird da schon drinstehen? Zwei Asylbewerber haben sich wegen des Essens oder einer Packung Zigaretten gestritten oder es ging um die richtige Auslegung des grünen Buches. Im Verlauf des Streits hatte dann einer der beiden ein Messer in der Hand und hat unbeabsichtigt zugestochen. Dabei wurde der Kontrahent an einer ungünstigen Stelle getroffen und der ist verblutet, weil der Rettungswagen nicht rechtzeitig da war. So weit – so normal.

Wer sich aber die Mühe macht, den Artikel zu lesen, erfährt, dass es zwischen zwei Bewohnern einer Asylunterkunft in Großkrotzenburg zu einem Streit gekommen war, in dessen Verlauf der eine mit einem Messer getötet wurde. Der Tatverdächtige war der 33-jährige Somalier Abdiqadia M., das Opfer ein 25-jähriger Afghane. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Nach Informationen der BILD-Zeitung wurde der Tatverdächtige Somalier bereits im Jahr 2014 vom Landgericht Hanau zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen versuchten Totschlags verurteilt. Seinerzeit hatte er in einer Asylunterkunft in Maintal bei Hanau seinen Kontrahenten ebenfalls mit einem Messer attackiert, wobei das Opfer schwer verletzt überlebte. Der Somalier hatte seine Haftstrafe abgesessen und wurde im Juli 2019 aus der Haftanstalt entlassen (1).

Das ist immerhin eine neue Fallkonstellation. Bislang waren die Messerstecher entweder Ersttäter oder zwar polizeibekannt, aber dann nur wegen geringfügigerer Delikte wie einfacher Körperverletzung, Ladendiebstahl oder Drogenhandel in geringen Mengen. Hier ist der Täter jedoch einschlägig vorbestraft – wegen des Versuchs eines vorsätzlichen Tötungsdelikts, begangen mit einem Messer. Die Strafe von deutlich mehr als drei Jahren müsste eigentlich unmittelbar nach der Haftentlassung zwingend zur Ausweisung des Täters führen. Das ist hier aber ganz offensichtlich nicht erfolgt. Im Gegenteil: der Verurteilte wurde wieder in einer Asylbewerberunterkunft untergebracht, d.h. an einem Ort, an dem Streitigkeiten unter jungen Männern an der Tagesordnung und Tatwerkzeuge (Messer) für jeden frei verfügbar sind.

Hier stellt sich zunächst die Frage, warum der verurteilte Somalier nicht längst in seine Heimat abgeschoben wurde. Dafür gibt es natürlich viele möglich Gründe. Vielleicht weigert sich das Heimatland, den Verbrecher zurückzunehmen (verständlich) oder es droht im dort eine Verfolgung wegen seiner Religion. Weiterhin stellt sich die Frage, warum der Somalier in eine Asylbewerberunterkunft eingewiesen wurde – mithin an einen Ort, an dem auf engstem Raum viele Personen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur zusammenleben und es deshalb zwangsläufig zu Konfliktsituationen kommt. Und selbstverständlich stellt sich auch die Frage, ob die Behörden Maßnahmen zum Schutz der Mitbewohner vor dem Somalier getroffen haben. Vermutlich nicht – sonst wäre es nicht zu dem tödlichen Zwischenfall gekommen. Wahrscheinlich waren die nicht einmal über die kriminelle Vergangenheit des Mitbewohners informiert – denn in Deutschland zählt der Datenschutz zu den höchsten Schutzgütern – wichtiger als der Schutz von Leib und Leben von potebntiellen Opfern.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/toedlicher-streit-in-asylunterkunft-somalier-sticht-auf-afghanen-ein-74880470.bild.html

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