Afrozensus belegt „Anti-Schwarzen Rassismus“ in Deutschland – dennoch flüchten viele gerade hierher

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich wurde der „Afrozensus 2020“ vorgelegt – eine Studie zur Lebensrealität Schwarzer in Deutschland. In Deutschland leben mehr als eine Million Menschen afrikanischer Herkunft, wobei der überwiegende Teil angibt, in vielen Bereichen Rassismus zu erfahren. So gaben zwei Drittel der etwa 6.000 befragten Personen an, aufgrund von rassistischen Zuschreibungen in Schule und Universitäten schlechter als ihre weißen Mitschüler und Kommilitonen benotet zu werden. Ebenso viele gaben an, dass weiße Ärzte die von ihnen vorgetragenen Beschwerden nicht ernst nehmen würden. Mehr als die Hälfte gab an, schon einmal grundlos von der Polizei kontrolliert worden zu sein, ebenso viele wurden irrtümlich für Drogendealer gehalten. Mehr als zwei Drittel gab an, bei der Wohnungssuche diskriminiert worden zu sein, bei Schwarzen, die zugleich Muslime waren, waren es sogar 90 Prozent. Ebenso viele behaupteten, dass ihnen ihre Rassismuserfahrungen nicht abgenommen würden. Der Rassismusforscher Daniel Gyamerah von „Each One Teach One“ beklagte, dass sich die Bundesregierung bislang nicht um die Erhebung dieser Daten bemüht habe, obwohl dies „eigentlich ihre menschenrechtliche Verpflichtung wäre“ (1).

In der Einleitung der Studie beklagt der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby, „dass Anti-Schwarzer Rassismus die deutsche Gesellschaft strukturiert“. Er beklagt, dass „schwarze Perspektiven nach wie vor in der Wissenschaft, der Politik und auch der Zivilgesellschaft in Deutschland zu wenig vertreten“ seien und dass „die dort stattfindenden Debatten zu selten Schwarze Erfahrungen und Analysen zum Ausgangspunkt“ hätten. Die Erfahrungen schwarzer Menschen in Deutschland seien „von der langen Kontinuität historischer Gewalt gegen Schwarze Menschen in Deutschland und an den EU-Außengrenzen geprägt“ (1). Karamba Diaby wurde 1961 im Senegal geboren und kam 1985 in die DDR, wo er 1986 in Halle ein Chemie-Studium aufnahm. Nach Beendigung seines Studiums blieb er in Deutschland und wurde 2001 deutscher Staatsbürger. Warum er nach Beendigung seines Studiums nicht in seine Heimat zurückgekehrt ist und stattdessen lieber in einem von Rassismus geprägten Land lebt, verrät er nicht.

Bei der als „Studie“ bezeichnete Werk handelt es sich jedoch nicht um eine wissenschaftliche Studie, da sie weder repräsentativ noch ergebnisoffen ist. Denn es wurden Personen aus dem Umfeld der „antirassistischen“ Lobbygruppen befragt – mithin Personen, die davon überzeugt sind, rassistisch diskriminiert und benachteiligt zu werden. Das scheint die Autoren aber nicht zu stören. Denn sie erheben auch keinen Anspruch, wissenschaftlich zu arbeiten. Ihre „Forschung“ – so ihr Resümee – soll „in allererster Linie zum Empowerment, zur Selbstermächtigung, unserer Communities beitragen“ (1). Und vor allem soll die Studie dazu beitragen, dass der Staat noch mehr Mittel für „antirassistische“ Arbeit zur Verfügung stellt, um die zahlreichen Nachteile der Schwarzen auszugleichen.

Dabei fragt sich der (weiße) Leser ohnehin, warum so viele Migranten aus Afrika – teilweise unter Einsatz ihres Lebens – in ein Land streben, in dem „Anti-Schwarzer Rassismus die Gesellschaft strukturiert“ und nicht dort bleiben, wo es keinen Anti-Schwarzen-Rassismus gibt und ein Schwarzer nicht wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wird.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://afrozensus.de/reports/2020/#start

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