Aktion Seebrücke: sichere Häfen für „Geflüchtete“ Wo ist die Grenze der Aufnahmefähigkeit ?

Guten Morgen liebe Hessen,

Der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann möchte die weltoffene und bunte Stadt Frankfurt zum “sicheren Hafen” machen. Gemeint ist damit: die Stadt soll außerhalb des üblichen Verteilungsverfahrens zusätzliche “Geflüchtete” aufnehmen. Aber nicht irgendwelche “Geflüchteten”, sondern nur solche, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind. Das sind meist Personen, die aus ihren Heimatländern in Afrika zur Mittelmeerküste gereist sind, um von dort nach Europa zu gelangen.

Die Gründe für die Flucht aus dem Heimatland sind verständlich: die Zustände dort und die Perspektivlosigkeit. Viele der Geflüchteten haben keinen – nach unseren Maßstäben anerkennbaren – Schul- oder Berufsabschluss. Für die meisten gibt es im Heimatland keinen Job. Die Verwaltungen sind korrupt und es fehlt eine leistungsfähige Infrastruktur: Verkehrswege, Versorgung mit Wasser und Strom und eine medizinische Versorgung. Und die Situation wird – trotz Entwicklungshilfe – nicht besser. Im Gegenteil: das rasante Bevölkerungswachstum stellt den Kontinent vor unlösbare Probleme. Lebten zum Ende der Kolonialzeit in den fünfziger Jahren noch 250 Mio Menschen in Afrika, sind es heute 1,25 Mrd – also fünfmal so viele. Im Jahr 2050 werden es doppelt so viele sein wie heute und 2100 viermal so viele. Es ist ganz offensichtlich, dass die meisten dieser Menschen keine Aussicht auf Bildung und Ausbildung, eine angemessene Beschäftigung und damit auf ein Leben in bescheidenem Wohlstand haben werden.

Und so ist es verständlich, dass Menschen aus Afrika ihr Heimatland verlassen, um in Europa ein besseres Leben zu finden. Und es ist verständlich, dass sie, um dieses Ziel zu erreichen, erhebliche Kosten, Risiken und Strapazen auf sich nehmen und auch nicht davor zurückschrecken, sich auf hoher See in ein Schlauchboot zu setzen in der Hoffnung, gerettet und nach Europa gebracht zu werden.

Es kann aber nicht die Lösung des Problems sein, diese Menschen in Europa aufzunehmen. Selbst wenn man jede Woche ein paar hundert – oder auch ein paar tausend – von ihnen aufnehmen würde: im selben Zeitraum wächst die Bevölkerung Afrikas um eine Million. Die Anzahl der nach Europa gelangenden Geflüchteten mag derzeit noch gering sein im Vergleich zu denen, die nach Europa kommen wollen. Das hat verschiedene Gründe: die Reise vom Heimatland an die Nordküste Afrikas ist beschwerlich, teuer und gefährlich. Sicher ein Grund, warum sich überwiegend gesunde und kräftige Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren auf den Weg machen.

Wenn nun aber – wie von vielen „Helfern“ geplant – die Reise vereinfacht wird, wird die Zahl der Ausreisewilligen deutlich zunehmen. Doch selbst dann werden sich die Parteien, die für einen „sicheren Hafen“ sind, nicht die Frage stellen, wo die Grenze der Aufnahmefähigkeit ist. Jedem, der noch logisch denken kann, ist klar, dass es eine solche Grenze gibt: die Anzahl der Wohnungen ist begrenzt und die finanziellen Mittel des Sozialstaates. Die wichtigste Grenze ist jedoch die Möglichkeit der Integration von Menschen mit völlig anderen Vorstellungen des Zusammenlebens, die mit denen unseres freiheitlichen Rechtsstaates nicht kompatibel sind.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren