„Aktivist“ Hamze Bytyci fordert „Z-Wort“ soll komplett aus Sprachgebrauch verschwinden

Guten Morgen liebe Hessen,

Nachdem es praktisch nirgendwo mehr Zigeunersoße oder Zigeunerschnitzel gibt und auch der Zigeunerbaron nicht mehr aufgeführt wird, soll das „Z-Wort“ nunmehr vollständig aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Das jedenfalls fordert der „Aktivist“ Hamze Bytyci – Vorsitzender der Organisation RomaTrial, Mitinitiator des Bündnisses für Solidarität mit Sinti und Roma Europas – in einem Interview mit der ZEIT. Denn – so seine Begründung – das „Z-Wort ist eine entmenschlichende Fremdbezeichnung“, denn dadurch werden „Sinti*zze und Rom*nja“ gedemütigt (1). Bislang dachten die meisten, dass die korrekte Bezeichnung für die früher als „Z….“ bezeichneten Personen „Sinti und Roma“ ist. Schließlich gibt es ja den Zentralrat der Sinti und Roma. Aber weit gefehlt. Denn auch bei diesen Gruppierungen gibt es Männer und Frauen und vermutlich eine unbekannte Anzahl weiterer Geschlechter, die alle korrekt und diskriminierungsfrei angesprochen werden wollen. Also: „Sinti*zze und Rom*nja“, wobei der Genderstern durch eine Sprechpause dargestellt wird.

Aktueller Anlass des Interviews war die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“, in der „vier weiße Menschen zu Fragen wie rassismuskritischer Sprache“ diskutierten. Hamze Bytyci fand es „erschreckend, dass fünf Almans sich über etwas unterhalten, wovon sie keine Ahnung haben“ (1). Bei den von ihm erwähnten „Almans“ handelt es sich vermutlich um Deutsche. Die bezeichnet er aber nicht mit deren Selbstbezeichnung „Deutsche“, sondern mit der Fremdbezeichnung „Almans“. Warum, verrät er nicht. Und auch nicht, warum diese Fremdbezeichnung nicht „entmenschlichend“ sein soll. Das trifft nach seiner Meinung offensichtlich nur auf die Fremdbezeichnung „Z-Wort“ zu, obwohl diese tatsächlich von einigen „Sinti*zze und Rom*nja“ als Selbstbezeichnung benutzt wird. Und dann beklagt er selbst den „Antiziganismus“ – da ist das Z-Wort dann doch erlaubt (1).

Der Zentralrat der Sinti und Roma schreibt in einer Stellungnahme: „Die Bezeichnung ‚Zigeuner‘ ist untrennbar verbunden mit rassistischen Zuschreibungen, die sich, über Jahrhunderte reproduziert, zu einem geschlossenen und aggressiven Feindbild verdichtet haben“. Und der Roma Gianni Jovanovic hat kein Verständnis für die Verwendung des Z-Wortes, denn er fühlt sich persönlich beleidigt: „Ich habe auch in meiner Biografie durch dieses Wort sehr viel Schaden erlitten. (…) Ein Wort kann ein ganzes Leben verändern!“ (2).

Man fragt sich, warum so viele „Sinti*zze und Rom*nja“ nach Deutschland kommen, wenn es sie hier ständig dem diskriminierenden Alltagsrassismus ausgesetzt sind. Nach Angaben von Hamze Bytyci wollen „56 Prozent der Bevölkerung keine*n Rom*nja als Nachbar*innen haben“ (1). Vielleicht liegt es tatsächlich am Rassismus oder Antiziganismus, vielleicht aber auch einfach daran, dass die Zuwanderer nicht selten Probleme bereiten. Der Projektleiter des Vereins Zukunftsorientierte Förderung (ZOF) in Duisburg-Marxloh, benennt auch die Probleme, die die von den Zuwanderern bewohnten Häuser zum besonderen Brennpunkt Duisburgs gemacht haben: „fehlende Bildung, archaische Clanstrukturen, Erschleichung von Kindergeld, Diebstahldelikte, Müll und Lärm und Hygiene-Missstände“ (3). Dass viele in einer derartigen Umgebung nicht leben wollen, erscheint verständlich. Und da ist es dann eigentlich egal, wie die Angehörigen dieser Gruppierungen bezeichnet werden.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/zett/politik/2021-02/antiziganismus-rassismus-hamze-bytyci-die-letzte-instanz-deutschland
(2) https://www.focus.de/kultur/kino_tv/nach-kritik-an-zigeunersossen-diskussion-im-wdr-ein-wort-kann-das-ganze-leben-veraendern-roma-richtet-appell-an-uns-alle_id_12937679.html
(3) https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/roma-armut-in-duisburg-in-busladungen-kommen-sie-hier-an/9301590-2.html?ticket=ST-5373245-CfYVSMIfXTEXue76AKad-ap3

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