Aktivisten verhindern „gefährliche Kopftuch-Debatte“: Debatte, bei der jeder Meinung äußern kann, ist gefährlich – vor allem für solche Antidemokraten

Guten Morgen liebe Hessen,

Früher waren Universitäten Orte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die teilweise auch sehr heftig geführt wurde. Lange vorbei. Kürzlich fand an der Goethe-Universität in Frankfurt eine Podiumsdiskussion zur Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ statt, einer Museumsausstellung zum Thema der zeitgenössischen muslimischen Mode. Thema der Ausstellung war dabei auch die kritische Auseinandersetzung mit islamischen Bekleidungsvorschriften, patriarchalen Strukturen, Fremdbestimmung und -zuschreibungen und das Spannungsverhältnis zwischen okzidentaler und islamischer Ideologie. Hierzu kann man sicher unterschiedliche und auch sehr kontroverse Standpunkte vertreten. In jedem Fall aber kann man das Thema offen diskutieren, wobei jeder seine Meinung frei äußern kann.

Das gefällt aber nicht allen. Zum Beispiel den „Studis gegen rechte Hetze“ nicht. Die haben gegen die Podiumsdiskussion mit einer „Performance“ (Umschreibung für gewalttätige Störung) protestiert. In ihrer Pressemitteilung schreibt die Gruppierung: „Unsere Performance sollte auf die Gefährlichkeit und Funktion der sogenannten „Kopftuch-Debatte“ aufmerksam machen. Dafür haben wir Schilder mit Zahlen und Opfern von antimuslimischen Rassismus und nazistischem Terror hochgehalten“ (1, orthographische Fehler aus dem Original übernommen).

Aha. Eine Debatte, bei der jeder seine Meinung frei äußern kann, ist also gefährlich. Fragt sich, für wen. Zunächst für alle Antidemokraten, die keine freie Meinungsäußerung wünschen. Und vor allem keine Kritik an der Religion des Friedens, deren Vertreter Opfer des alltäglichen „antimuslimischen Rassismus“ sind. Und die „Studis gegen rechts“ wollen zeigen, dass die „laufende Kopftuch-Debatte die Ausgrenzung und Stigmatisierung muslimischer Menschen zur Folge“ hat und eine „Enthemmung der feindlichen Stimmung gegen Muslime erzeugt“ (1).

Sicher kann man eine Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland beobachten, die aber eher durch die Muslime selbst erfolgt. Diese wandern in ein fremdes – und vor allem in ein nicht-islamisches – Land ein, das geprägt ist von einer christlichen Tradition, einem demokratischen Staatsaufbau und vor allem von Gesetzen, die von demokratisch legitimierten Parlamenten – in der Regel unter rationalen Aspekten – verabschiedet wurden. Und das stört viele Muslime, deren oberstes und einziges Gesetzbuch der Koran und deren oberste Instanz in allen Fragen der Regeln des Zusammenlebens der Imam ist. Und im Islam gibt es eben keine Trennung von Religion und Staat, es gibt keine Demokratie, keine Glaubensfreiheit, keine Meinungsfreiheit, keine persönliche Freiheit und vor allem keine Gleichberechtigung.

Und deshalb laufen in islamischen Ländern viele Frauen mehr oder weniger verschleiert herum. Aber nicht etwa freiwillig. Das Auswärtige Amt gibt hierzu folgende Hinweise für den Iran: „Haare und Nacken müssen durch ein Kopftuch bedeckt sein … Es werden vermehrt Kontrollen auf korrekte Kleidung durchgeführt“ (2). Wer das nicht beachtet, gerät schnell in den Fokus der Religionspolizei. So wurde in Teheran eine Frau von Beamten der Religionspolizei auf ihr zu locker sitzendes Kopftuch hingewiesen. Als sie daraufhin weitergeht und die Straße überqueren will, fährt das Polizeiauto los und erfasst die Frau frontal (3). Und dafür, dass über solche kulturellen Bereicherungen nicht kritisch diskutiert wird, setzen sich die „Studis gegen rechts“ ein.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.facebook.com/rassismusgoetheuniffm/

(2) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/iran-node/iransicherheit/202396
Wie bereits bei den vorherigen Veranstaltungen ist auch hier das Podium auffallend einseitig besetzt.

(3) https://www.focus.de/politik/videos/sitten-polizei-im-iran-frau-soll-wegen-mangelnder-verschleierung-ueberfahren-worden-sein_id_7122775.html

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