Alexander Gauland lag richtig: Niemand möchte Frauenschläger als Nachbarn

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor einigen Jahren sagte der AfD-Politiker Alexander Gauland, der Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng werde in Deutschland als fremd empfunden: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“. Mit dieser Äußerung löste er einen lang anhaltenden Sturm der Entrüstung aus.

Derselbe Jerome Boateng wurde jetzt vom Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 1,8 Mio. Euro verurteilt. Eine ehemalige Lebensgefährtin hatte den früheren Fußball-Nationalspieler beschuldigt, sie während eines Urlaubs in der Karibik verprügelt zu haben. In der Anklageschrift liest sich das so: „Er schlug mit beiden Händen der Geschädigten ins Gesicht und auf das Auge und packte diese an den Haaren. Er biss ihr in die Kopfhaut. Er schleuderte den Kopf der Geschädigten mit festem Griff in alle Richtungen, (…) schleuderte die Geschädigte zu Boden“. Dort habe er die am Boden liegende Frau weiterhin geschlagen und geboxt, wodurch sie Hämatome erlitten habe. Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe. Eine Zeugin bestätigte jedoch die Schilderung der verletzten Frau im Wesentlichen und auch der Gerichtsmediziner sieht eine Übereinstimmung zwischen dem geschilderten Tathergang und den von ihm festgestellten Verletzungen (2).

Da stellt sich natürlich die Frage, wer jemanden zum Nachbarn haben möchte, der seine Frau verprügelt. Gauland wohl nicht – aber viele andere vielleicht schon. Denn das Schlagen von Frauen ist zwar in Deutschland gesellschaftlich meist noch geächtet, in anderen Ländern und Kulturen aber nicht. Im Gegenteil: in vielen Ländern gelten Frauen weniger als Männer und werden von diesen als deren Besitz angesehen, mit dem sie nach Belieben verfahren können. Und dabei haben sie sogar die Unterstützung der Religion. Denn im grünen Buch wird das Schlagen der Frau ausdrücklich empfohlen (Sure 4, 34). Das fällt eindeutig unter die freie Religionsausübung, die in Deutschland im Grundgesetz garantiert ist. Und auch ein Gericht bestätigte dieses Recht: vor einigen Jahren wollte sich die Ehefrau eines Marokkaners vorzeitig scheiden lassen, da ihr Mann sie schwer misshandelt hatte. Das Frankfurter Amtsgericht wies die Klage zurück, da kein Härtefall vorliege. Denn im marokkanischen Kulturkreis sei es nicht unüblich, dass der Mann gegenüber der Frau ein „Züchtigungsrecht“ besitze (3).

Und so dürften die derzeit noch vorhandenen gesellschaftlichen Vorbehalte gegen das Schlagen von Frauen im Rahmen der bunter und kulturell diverser werdenden Gesellschaft zukünftig abnehmen. Nur der 80-jährige Gauland und seine ewiggestrigen Parteifreunde werden ihre Ablehnung gegen Gewaltanwendung gegenüber Frauen wohl nicht mehr ablegen. Aber diese befinden sich inzwischen in der Minderheit und werden in absehbarer Zeit aussterben. Und dann wird es in Deutschland niemanden mehr geben, der jemanden als Nachbarn ablehnt, der Frauen verprügelt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-vize-gauland-beleidigt-jerome-boateng-14257743.html

(2) https://www.focus.de/sport/fussball/prozessauftakt-jerome-boateng-bestreitet-vor-gericht-koerperverletzungsvorwuerfe_id_20950347.html

(3) https://rp-online.de/politik/deutschland/richterin-rechtfertigt-eheliche-gewalt-mit-koran_aid-11305327

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