ALLTAGS-RASSISMUS IN DEUTSCHLAND: Schwarzer Wort-Polizist greift ein

Guten Morgen liebe Hessen,

Deutschland ist die Zentrale des weltweiten Rassismus. Der Alltagsrassismus ist überall und allgegenwärtig und begegnet uns jeden Tag. Wie zum Beispiel vor einigen Tagen in einer ALDI-Filiale in Berlin. Dort kam es – wie der FOCUS empört berichtete – am Mittwoch zu einem „rassistischen Angriff“: ein „Deutsch-Ghanaer“ wurde „von Personen umringt, rassistisch beleidigt und mit einem Pappkarton beworfen“. Das Opfer – mit dem Namen Prince Ofori – filmte die Szene und postete sie bei Instagram. Auslöser des „schockierenden Vorfalls“ war ein Dialog zwischen zwei Kunden, bei denen es sich um Vater und Sohn handelte. Der ältere Herr hielt eine Packung mit Schokoküssen in der Hand und frage seinen Sohn, ob „sie sich heute nicht Negerküsse gönnen sollten“. Dabei soll er den Begriff „Neger“ noch ein weiteres Mal verwendet haben. Prince Ofori war zufälliger Zeuge dieses Dialogs zwischen Vater und Sohn, fühlte sich jedoch offensichtlich direkt angesprochen. Daraufhin hatte er den Mann empört darauf hingewiesen, dass dieses Wort – „Neger“ – nicht mehr verwendet werden dürfe. Der Angesprochene entgegnete, dass es keine Bestimmung gebe, die ihm die Verwendung des Begriffes untersage. Daraufhin kam es zu einem lautstarken Wortgefecht, das den Filialleiter auf den Plan rief. Dem erklärte der Ghanaer: „Diese Menschen greifen mich an. Sie sagen, sie kaufen Negerküsse – er ist der Meinung, er will Negerküsse kaufen. Ich habe ihn aufgeklärt, dass man das Wort Negerküsse nicht mehr sagen darf. Neger gibt es nicht mehr“ (1).

Da der Ghanaer lautstark lamentierte und sich nicht beruhigte, forderte der Filialleiter ihn höflich auf, den Laden zu verlassen. Das hätte er wohl besser nicht getan. Denn Aldi-Nord kündigte ihm daraufhin sein Arbeitsverhältnis, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte: „Die Ereignisse in unserem Markt in Berlin werden aufgearbeitet, um weitere Schlüsse daraus ziehen zu können. Als ersten Schritt haben wir uns von dem im Video handelnden Mitarbeiter aufgrund seines Fehlverhaltens getrennt“. Aldi Nord bat nach diesem „rassistischen Vorfall“ um Entschuldigung (1).

Der „rassistische Vorfall“ zeigt einmal mehr die Meinungsdiktatur in diesem Land, in dem es offensichtlich nicht einmal mehr erlaubt ist, im persönlichen Gespräch bestimmte Begriffe zu verwenden, die nach Auffassung einiger Personen unzulässig sind. Dabei ist der Begriff „Neger“ keineswegs als Beleidigung gemeint, sondern beschreibt nur wertfrei eine Person mit dunkler Hautfarbe (von lateinisch niger = schwarz). Der Begriff ist auch in anderen Sprachen üblich, z.B. im französischen (nègre) oder im spanischen (negro). Die Bezeichnung „Neger“ war früher gängig und wurde von niemandem als beleidigend angesehen. Zwar ist die überlieferte Begrüßung des vormaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke bei einer Afrika-Reise – „meine Damen und Herren, liebe Neger“ – frei erfunden, aber echt sind die SPIEGEL-Überschriften aus dessen Amtszeit: „Die Neger kommen“ (Heft 5/1962 vom 30.01.1962) und „Der häßliche Neger“ (Heft 35/1965 vom 24.08.1965).

Aber so ändern sich die Zeiten. Heute ist die Verwendung des „N-Wortes“ verboten, jedenfalls dann, wenn ein dunkelhäutiger Mitbürger in der Nähe ist. Dennoch wird keinem Weißen empfohlen, in einem afrikanischen Supermarkt einen Einheimischen zurechtzuweisen, weil er einen politisch unkorrekten Ausdruck verwendet.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/aldi-nord-bittet-um-entschuldigung-rassistischer-angriff-in-aldi-filliale-deutsch-ghanaer-wird-mit-kartons-beworfen_id_13225869.html

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