AMOKFAHRT IN TRIER – Wichtigstes Detail: Deutscher Täter

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor einigen Tagen fuhr ein Amokfahrer mit seinem SUV in Trier durch eine Fußgängerzone und tötete dabei fünf Menschen, darunter einen Säugling. Zahlreiche Passanten wurden teilwiese schwer verletzt. Bereits in den ersten Pressemeldungen wurde beruhigend vermeldet: es war kein (islamistischer) Terroranschlag und der Täter war kein Asylbewerber, sondern der Ur-Deutsche Bernd W. (51). Bei ausländischen Tätern wird die Nationalität möglichst lange geheim gehalten. Standardsätze in diesen Fällen: „über den Täter ist nichts bekannt“ oder „zum Täter machte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben“. Auch ein religiöses Tatmotiv („Allahu akbar“-Rufe) wird nach Möglichkeit verschwiegen, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen und den Populisten keinen Auftrieb zu geben.

Der Trierer Fahrer wurde kurze Zeit später festgenommen und wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft genommen. Die Medien beleuchteten auch sofort das gesamte Vorleben des Täters: er hatte Alkoholprobleme, war ein sonderbarer Einzelgänger, leicht aufbrausend und manchmal aggressiv. Er lebte bei seiner Mutter bis zu deren Tod, arbeitete nur gelegentlich und lebte zuletzt in seinem SUV, da er keine Wohnung mehr hatte. In seiner Kindheit sei er häufig von seinem Vater geschlagen worden (1).
Was die Presse aber offensichtlich weniger interessierte: wie kam Bernd W. überhaupt mit seinem SUV in die Trierer Fußgängerzone? Denn seit einigen Jahren sind in ganz Deutschland die Einfahrten zu Fußgängerzonen besonders geschützt. Meist befinden sich dort Schranken, mobile Sperren oder Betonquader („Merkel-Lego“), so dass ein Befahren praktisch unmöglich ist. Die Tat wirft die Frage auf, wie es möglich war, dass trotz der allgemeinen Maßnahmen gegen Terroranschläge der Täter offensichtlich ungehindert in die Fußgängerzone einfahren und zahlreiche Passanten verletzen bzw. töten konnte.

Und selbstverständlich meldete die Presse auch nicht, warum es in deutschen Städten – ausgenommen vielleicht Trier – seit einigen Jahren massive Maßnahmen gegen Terroranschläge gibt. Denn Anschläge mit Fahrzeugen sind seit einigen Jahren nichts ungewöhnliches und teilweise zeigten sie noch schwerwiegendere Folgen als der Anschlag in Trier. So tötete der islamische Attentäter Mohamed Lahouaiej Bouhle mit einem LKW in Nizza im Juli 2016 86 Personen starben und verletzte ehr als 400 zum Teil schwer. Der Islamische Staat bekannte sich zu dem Anschlag. Im Dezember desselben Jahres fuhr der Terrorist Anis Amri – ebenfalls mit einem LKW – in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz und tötete dabei 11 Personen. Weitere 55 wurden verletzt (2).

Sicher hatte der Trierer Amokfahrer Kenntnis von diesen Attentaten und deren Wirkung in der Öffentlichkeit. Möglicherweise war diese Öffentlichkeitswirksamkeit für ihn der Anlass, genau diesen Anschlag zu verüben. Ohne die zahlreichen Terrorakte mit Fahrzeugen wäre er möglicherweise nicht auf diesen Gedanken gekommen und hätte sich vielleicht damit begnügt, öffentlichkeitswirksam auf eine Brücke oder auf das Dach eines Hochhauses zu klettern.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/deutschland/wer-sass-hinter-dem-steuer-des-todeswagens-verwirrung-um-den-amokfahrer-doch-die-trierer-sind-sich-sicher-wer-es-war_id_12729675.html
(2) https://www.hna.de/politik/auto-waffe-terror-anschlag-lkw-fahrzeug-volkmarsen-nizza-breitscheidplatz-13558478.html

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