Anfrage zu ehrenamtlicher Helfertätigkeiten: Nicht nur Frauen- sondern auch Migrantenanteil gering

Guten Morgen liebe Hessen,

Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe, die vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Todesfällen und erheblichen Sachschäden geführt hat, berichteten die Medien umfangreich über die verschiedenen Aktionen des Katastrophenschutzes, v.a. über die freiwilligen Feuerwehren, das THW, das Rote Kreuz und die Bundeswehr. Bei fast allen Berichten entstand bei den Berichten der Eindruck, dass an den genannten Einsätzen ganz überwiegend Männer beteiligt waren. Frauen waren dort nur vereinzelt zu erkennen. Tatsächlich beschäftigt das THW nach eigenen Angaben unter den 80.000 ehrenamtlichen Helfern etwa 12.000 Frauen (Anteil 15 %). In den freiwilligen Feuerwehren beträgt der Frauenanteil bundesweit etwa 10 %.

In einer Pressemitteilung vom 18. März 2021 forderte der hessische Sozial- und Integrationsminister „Gleichstellung in allen gesellschaftlichen Belangen“: „Gleichberechtigung, Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen, ist und bleibt für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ein zentrales Ziel und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Ob das auch für ehrenamtliche Helfertätigkeiten gilt, war Gegenstand einer kleinen Anfrage (Drs. 20/6208).

Auf die Frage, wie hoch der Anteil von Frauen bei den ehrenamtlichen Helfern der verschiedenen am Katastrophenschutz beteiligten Organisationen in Hessen ist und worauf die Landesregierung den im Vergleich zur Gesamtbevölkerung geringeren Anteil von Frauen in den unter erstens aufgeführten Organisationen zurückführt, antwortete die Landesregierung zunächst mit einem Statement: „Sowohl die Feuerwehren als auch der hessische Katastrophenschutz stehen für eine offene und vielfältige Gesellschaft die niemanden ausschließt“. Den Frauenanteil in den hessischen Feuerwehren bezifferte die Landesregierung auf 13 Prozent. Für die im hessischen Katastrophenschutz tätigen Einheiten wird eine solche Statistik nicht geführt – der Anteil dürfte jedoch im selben Bereich liegen. Zu den Gründen für den geringen Frauenanteil konnte die Landesregierung keine Angaben machen. Sie führte jedoch aus, dass für das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr „auch die familiäre Prägung eine Rolle“ spiele. Denn wenn Eltern oder andere Verwandte in einer Feuerwehr aktiv sind, steige die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Generation sich ebenso im Brand- und Katastrophenschutz engagiert, deutlich. Deshalb sei zu erwarten, „dass sich der Anteil von Frauen in den Feuerwehren in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird“.

Das beantwortet zwar die Frage nach der Geschlechterdifferenz nicht, aber dafür eine andere – nicht gestellte – Frage: denn in den freiwilligen Feuerwehren ist nicht nur der Anteil von Frauen sehr gering, sondern auch der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

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