Angelächelt & zum Kaffee eingeladen worden Linke Fraktionschefin & Blumenwerferin schildert „Bedrohungen“ durch thüringer AfD Kollegen

Guten Morgen liebe Hessen,

Bis zum 5. Februar 2020 war sie weitgehend unbekannt: Susanne Hennig-Wellsow, Fraktionschefin der Partei die LINKE im Thüringer Landtag. Aufgewachsen in der DDR als Tochter eines NVA-Hauptmanns und einer Mitarbeiterin des DDR-Ministeriums des Inneren, studierte sie Erziehungswissenschaften und arbeitete bei der PDS-Fraktion im Thüringer Landtag von als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Bildung und Medien. Seit 2004 ist sie selbst Abgeordnete des Landtags. Bundesweit bekannt wurde sie, als sie dem neu gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) den Handschlag verweigerte und ihm den eigentlich für den Wahlsieger der Linken-Fraktion vorgesehenen Blumenstrauß vor die Füße warf. Nachvollziehbar, wenn Antidemokraten mit dem unerwarteten Ergebnis einer demokratischen Wahl konfrontiert werden.

Aber auch Anlass genug für das zwangsbeitragsfinanzierte Fernsehen, die Person einzuladen und ihr die Gelegenheit zur Meinungsäußerung zu geben. So sagte sie im ZDF-Morgenmagazin: „Wir werden Bodo Ramelow nur aufstellen, wenn wir wissen, dass wir demokratische Mehrheiten haben. Das heißt, wenn wir Zusicherungen von CDU und vielleicht auch FDP haben, dass wir gemeinsam die notwendigen 46 Stimmen, also die absolute Mehrheit gemeinsam stellen können“. Auf die Frage des Moderators, dass sie nicht ausschließen könne, dass die AfD den Kandidaten der Linken mitwählen könnte, sagte sie: „Das kann ich ausschließen, wenn die Stimmen dokumentiert sind“ (1). Das ist natürlich richtig, würde aber voraussetzen, dass die geheime Wahl und damit eine der Grundprinzipien der Demokratie abgeschafft wird. Aber damit hat die Fraktionsvorsitzende vermutlich kein Problem. Die freie und geheime Wahl gab es in der DDR schließlich auch nicht.

Einige Tage später war sie Gast bei Markus Lanz und erklärte dort, dass sie und ihre Fraktionskollegen von der „faschistischen“ Thüringer AfD bedroht würden. Lanz hakte nach und fragte, worin sich diese Bedrohung konkret zeige. Darauf schilderte Hennig-Wellsow, dass eine junge Parteikollegin von ihr im Fahrstuhl von einem AfD-Abgeordneten angelächelt worden sei, wobei dieser der Frau auch noch nahegekommen sei (2). Das ist in der Tat empörend: sich im Fahrstuhl in unmittelbarer Nähe anderer Personen hinzustellen und dann auch noch anzulächeln. Aber es kommt noch schlimmer: „Das andere Beispiel ist, das extreme Gegenbeispiel, aber auch Methode der Nazis: übertriebene Freundlichkeit. Gehen Sie doch mit uns Kaffeetrinken! Sollen wir Sie nicht da- und dorthin mitnehmen und fahren, und so weiter“ empört sich Hennig-Wellsow (2). Etwas perfideres und faschistischeres kann man sich kaum vorstellen: das Angebot, jemanden im Auto mitzunehmen, wenn man zufällig denselben Weg hat oder jemanden auf eine Tasse Kaffee einzuladen.

Aber immerhin ergibt der Blumenwurf im Zusammenhang mit den TV-Äußerungen der LINKE-Vorsitzenden ein rundes Bild. Da passt alles zusammen. Demokratiefeindlichkeit, Verfassungsfeindlichkeit und Diskriminierung Andersdenkender. Und die Äußerungen der Fraktionsvorsitzenden lassen erahnen, was sie unternehmen würde, wenn ihre Partei die absolute Mehrheit im Parlament hätte.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://twitter.com/morgenmagazin/status/1226794684741275648
(2) https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-12-februar-2020-100.html

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