Annalena Baerbock: Im Hochstapeln besser als jeder Kanzler vor ihr

Guten Morgen liebe Hessen,

Früher stellten Parteien als Kanzlerkandidat nur Persönlichkeiten auf, die mindestens einen bürgerlichen Beruf erlernt und auch längere Zeit ausgeübt hatten und zudem bereits verschiedene politische Ämter erfolgreich bekleidet hatten. So war Konrad Adenauer Jurist und viele Jahre in schwerer Zeit Oberbürgermeister der Stadt Köln gewesen, Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister Vater des Wirtschaftswunders, Helmut Schmidt Innensenator in Hamburg und Oppositionsführer im Bundestag und Helmut Kohl langjähriger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Tempi passati. Berufliche Qualifikationen oder erfolgreiches Management sind heute als Kernqualifikationen für den Kanzlerposten nicht mehr gefragt. Vor allem nicht bei den Grünen, die in diesem Jahr erstmals einen Kanzlerkandidaten stellen – besser: eine Kandidatin. Denn das ist bei den Grünen oberstes Gesetz: wenn es irgendeine Position zu besetzen gibt, haben die Frauen den ersten Zugriff. Wichtigste Qualifikation ist das Geschlecht, der Rest ist nebensächlich. So auch bei Annalena Baerbock. Das einzig positive an ihrer Nominierung ist, dass dem Land eine Kandidatin Göring-Eckardt, Claudia Roth und Renate Künast erspart geblieben ist.

Die Biografie der Kanzlerkandidatin ist relativ typisch für die junge Politikergeneration. Nach dem Abitur studierte Baerbock von 2000 bis 2004 im Diplomstudiengang Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und erlangte dort das Vordiplom mit der Note 1,3. Nach dem Studium betreute sie von 2005 bis 2006 die Webseite der EU-Abgeordneten Elisabeth Schroedter und war danach für einige Monate deren Büroleiterin. 2009 begann sie eine Dissertation, die bei ihrem Einzug in den Bundestag 2013 nach ihren Angaben kurz vor dem Abschluss stand. Später brach sie diese jedoch ab, um sich ganz auf ihr Mandat konzentrieren zu können. Damit die Biografie nicht ganz so dünn aussieht, hat die Kandidatin etwas nachgeholfen, um das Ganze nach etwas mehr aussehen zu lassen.

So hatte sie mehr als ein Dutzend angeblich aktive Mitgliedschaften in ihrem Lebenslauf aufgelistet, von denen sich einige bei näherem Hinsehen als nicht existent erwiesen. Ein FAZ-Journalist stellte fest, dass Baerbock bei vier der angegebenen Mitgliedschaften „geflunkert“ hatte: „Das CV von Frau Baerbock mit jede [sic] Menge prestigeheischenden ‚Mitgliedschaften‘ fällt bei genauerer Betrachtung in sich zusammen wie ein Souffle. Man nennt das Hochstapelei“. So stellte sich heraus, dass Baerbock gar kein Mitglied des German Marshall Fund (GMF) ist – ebenso wenig wie Mitglied des UNHCR (weil man dort überhaupt nicht Mitglied werden kann). Auch andere Angaben im Lebenslauf waren falsch – oder zumindest irreführend (1). Nach Bekanntwerden der falschen Angaben ließ die die Kandidatin ihren Lebenslauf schnell ändern. Der Grünen- und Baerbock-freundliche Spiegel schrieb hierzu beschönigend: „Baerbock präzisiert Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen“. Es habe sich dabei um „unkorrekte Nennungen zu Mitgliedschaften in Organisationen“ gehandelt (2).

Selbst der vormalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz war mit seinem Lebenslauf ehrlich und erwähnte sogar seine frühere Alkoholabhängigkeit. Für Annalena lautet dagegen die Devise „Mehr scheinen als sein“ – Grün eben.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/falsche-angaben-zu-mitgliedschaften-faellt-zusammen-wie-ein-souffle-journalist-enthuellt-falsche-angaben-in-baerbocks-lebenslauf_id_13366073.html

(2) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-praezisiert-angaben-zu-mitgliedschaften-in-organisationen-a-326076f1-9ce1-49c5-ba05-301b44833bba

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