ANTIDISKRIMINIERUNGS-KNIGGE SCHLÄGT VOR: StudierX, LehrX, AngestelltX & DoktorX usw., damit sich jeder gendergerecht angesprochen fühlt

Guten Morgen liebe Hessen,

Früher gab es den Knigge – einen Leitfaden „über den Umgang mit Menschen“. Dort konnte jeder nachlesen, wer wen zuerst grüßt oder wer wem die Tür aufhält oder wie man in einem Restaurant Speisen und Getränke zu sich nimmt, ohne unangenehm aufzufallen. Jetzt gibt es eine neue Version: den Diskriminierungs-Knigge von Lann Hornscheidt – nachzulesen in der ZEIT (1). Viele werden sich jetzt fragen: Wer ist Lann Hornscheidt. Antwort: Linguistin und Genderforscherin. Der eigentliche Vorname lautet Antje. Den lehnt sie jedoch ab, weil er eine Zuordnung zu einem Geschlecht zulässt. Sie kritisiert darüber hinaus grundsätzlich die generelle zweigeschlechtliche Grundkonzeption der Gesellschaft – von ihr als „Zweigenderung“ bezeichnet – und deren Vorstellungen von Normalität und Kategorisierbarkeit. Denn nach ihrer Vorstellung sind Mann und Frau „immer soziale Konstrukte“. Unter diesen Konstrukten leiden offensichtlich nicht wenige, denn – so Hornscheidt: „In meine Sprechstunde kommen zum Beispiel Studierx, die nicht mehr in Lehrveranstaltungen gehen, weil sie immer als Herr oder Frau Sowieso angesprochen werden und sich diskriminiert fühlen“ (2).

Hornscheidt schlug daher die Einführung der „x-Form und *-Form (Sternchen-Form)“ vor. Das „x“ bzw. das „*“ soll dabei ein Durchkreuzen herkömmlicher, d.h. gegenderter Personenvorstellungen symbolisieren. Praktisch kommt die x-Form dadurch zur Anwendung, dass bei Substantiven im Singular ein „x“ und im Plural ein „xs“ an den Wortstamm angehängt wird, z.B. „Studierx“, „Studierxs“ und „Lehrx“, „Lehrxs“. Bei anderen Formen sei Kreativität gefragt, z.B. durch das Ersetzen der konventionalisiert gegenderten Endungen, z.B. „Angestelltx“, „Angestelltxs“ und „Doktox“, „Doktoxs“. Ausgesprochen wird das „x“ als „iks“, das „xs“ als „ikses“. Durch die neutrale Endung „X“ entfalle der Zwang, sich einem bestimmten Geschlecht zuordnen zu müssen. Dadurch werde deutlich gemacht, dass es „mehr als Frauen und Männer“ gebe (3, 4).

Möglicherweise hat Hornscheidt einfach nur einen Identitätskonflikt, den sie jedoch nicht – wie es naheliegend wäre – therapieren lässt, sondern in ihrer Pseudowissenschaft auslebt, indem sie versucht, ihr Problem durch sprachliche Umerziehung ihrer Umwelt zu lösen.

Der Knigge ist nun ihr neuestes Werk. Und da kritisiert sie alles, was sprachlich diskriminieren könnte. Das sind nicht nur die bekannten M-, N- oder Z-Worte, sondern z.B. auch „Möbel im Kolonialstil“, die an die unselige Zeit des Kolonialismus erinnern. Oder das Lied der „drei Chinesen mit dem Kontrabass“ – tiefster Rassismus. Sie fordert, „empowernde und respektvolle Benennungen“ zu verwenden, die rassistisch Diskriminierte für sich selbst benutzen und von denen sie auch wollen, dass andere sie verwenden. Also: PoC, Sinti*ze und Rom*nja, Indigene (1).

Aber am schlimmsten ist das Wort „schwarz“, das in angeblich „rassistischen Metaphern“ wie „Schwarzfahren“, „Schwarzsehen“, „schwarzmalen“ oder „schwarze Schafe“ vorkommt (1). Dabei gibt es viel mehr Begriffe, in denen das Adjektiv „schwarz“ vorkommt: „Schwarz-weiß-Film“, „schwarzer Humor“, „schwarzer Freitag“ oder „Schwarzwald“ (Schwarzwälder Schinken, Schwarzwälder Kirschtorte). Die müssten dann alle verboten werden. Und natürlich auch die „schwarzen Zahlen“. Dann doch lieber antirassistisch und diskriminierungsfrei mit roten Zahlen pleite gehen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/zeit-wissen/2020/01/diskriminierung-antirassismus-adolph-freiherr-knigge-update/komplettansicht
(2) http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gendertheorie-studierx-lann-hornscheidt-ueber-gerechte-sprache-a-965843.html
(3) http://www.wiwo.de/erfolg/trends/gender-irrsinn-skurrile-unfaelle-im-kampf-gegen-den-sexismus/8131180.html
(4) http://feministisch-sprachhandeln.org/

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