Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit speziellen Wohltaten

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde vor 100 Jahren gegründet. Ziel war es die Not der durch den Ersten Weltkrieg Geschädigten zu lindern, indem sie Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten zur Selbsthilfe und Beratungsstellen einrichtete. Später entwickelte sie sich zu einer Hilfsorganisation für sozial bedürftigen Menschen (1). Inzwischen ist sie zu einem Konzern mit 333.000 Mitgliedern, 212.000 Mitarbeitern und 66.000 Freiwilligen herangewachsen (2).

Da die Organisation im Sozialbereich tätig ist, lebt sie im Wesentlichen von staatlichen Mitteln. In vielen Bereichen dürfte die Arbeit der AWO nicht zu beanstanden sein – in anderen aber doch. Zum Beispiel bei der AWO in Frankfurt. Dort hat man erkannt, dass der Staat im Sozialbereich inzwischen immense Summen ausgibt und deren ordnungsgemäße Verwendung nicht immer mit der gebotenen Gründlichkeit kontrolliert. Das gilt vor allem für den großen Bereich „Flüchtlinge“, wo sich jeder Kritiker oder Kontrolleur dem Vorwurf der Menschenfeindlichkeit und des Rassismus aussetzt. Hinzu kommt, dass Kontrollen in diesem Bereich während der Flüchtlingskrise alleine wegen des Umfangs der Zahlungen und fehlenden Personals bei den Kommunen kaum effektiv erfolgen konnten.

So war es auch in Frankfurt. Die Stadt wurde ab Mitte 2015 mit einer wachsenden Zahl von Asylbewerbern konfrontiert, die ihr vom Land zwangsweise zugewiesen wurden und die sie entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen unterzubringen hatten. Die Stadtverwaltung selbst war damit völlig überfordert, da ihr das dafür erforderliche Personal und die Infrastruktur fehlten. Und deshalb griff die Stadtverwaltung dankbar auf das Angebot verschiedener freier Träger – u.a. der AWO – zurück, die ihr die gesamte Organisation abnahmen. Selbstverständlich gegen Bezahlung. Und da wurde dann nicht genau hingeschaut.

Und so mietete die AWO eine Immobilie zu einem überhöhten Mietpreis an, den sie an die Stadt weitergab, und stellte der Stadt zusätzlich einen siebenstelligen Betrag in Rechnung, damit diese überhaupt in einen bewohnbaren Zustand versetzt wurde. Für Sicherheitsdienste und Bewachung veranschlagte die AWO immense Summen, obwohl die Leistung von anderen Unternehmen deutlich günstiger zu haben sind. Und dann erstellte die AWO ein „Betreuungskonzept“ für die Asylbewerber – ebenfalls für einen siebenstelligen Betrag pro Jahr – mit Leistungen wie „Vermittlung von Anwälten in Asylsachen und Strafsachen (!)” sowie „Dienstwagen zur Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen zu Ämtern, Ärzten etc.”. Die Frage, ob Asylbewerber ein Amt auch mit dem ÖPNV aufsuchen können, hat sich bei der Stadt offenbar niemand gestellt.

Wenn aber bereits einem bei der AWO untergebrachten Asylbewerber ein Dienstwagen zusteht, muss dies für Mitarbeiter umso mehr gelten. Und tatsächlich hatte die Frau des derzeitigen Frankfurter OB Feldmann als Leiterin einer Kita einen solchen Dienstwagen, wie auch verschiedene andere AWO-Beschäftigte. Eine Geschäftsführerin hatte dabei sogar ein Fahrzeug mit 450 PS für über 80.000 Euro.

Die AfD-Fraktion im Frankfurter Römer ist derzeit intensiv mit dem Studium der vom Magistrat vorgelegten – unvollständigen – AWO-Akten beschäftigt. Und auch die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits. Es bleibt spannend, was dabei noch alles an die Öffentlichkeit kommt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterwohlfahrt

(2) awo.org: Die AWO in Zahlen und Fakten

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