ARD-JUGENDPROGRAMM LOBT CORONA VIRUS: Virus sei fair, denn „es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion“

Guten Morgen liebe Hessen,

Qualitätsjournalismus hat einen Namen: öffentlich-rechtliche Sendeanstalten. Neben hochwertiger Unterhaltung – Fußball, Boxen, Formel 1 – werden auch kulturell anspruchsvolle Programme angeboten. Zum Beispiel ein Kinderchor, der einem antiquierten Lied einen aktuellen Text verpasst. Da fährt die Oma nicht – wie früher – mit dem Motorrad im Hühnerstall herum, sondern mit dem SUV zum Arzt, wobei sie unterwegs zwei Rentner mit Rollatoren umfährt. Sie brät sich jeden Tag ein Kotelett, weil Discounterfleisch so billig ist und sie macht zehnmal im Jahr eine Kreuzfahrt. Und der Refrain des „Liedes“ lautet „Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“ (1, 2). Aber die öffentlich-rechtlichen haben auch Intellektuelles und Spirituelles im Programm – z.B. das Wort zum Sonntag, in dem eine Pastorin „die Parlamente stürmen“ und damit die Demokratie abschaffen möchte, weil die dort sitzenden gewählten Volksvertreter nicht in ihr evangelisches Weltbild passen (3).

Aber die öffentlich-rechtlichen Sender haben auch Positives zu berichten. So wurde in der ARD-Jugendwelle Funk das Coronavirus als „schöner und sinnvoller Reflex der Natur“ gelobt. „Wir sagen Ja zu Corona“ – so der Sprecher und erläutert warum: das Virus sei fair, denn „es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion nahezu mühelos. Das ist nur gerecht, hat doch die Generation 65 plus diesen Planeten in den letzten fünfzig Jahren voll gegen die Wand gefahren“. Aber nicht nur die Alten sind betroffen, sondern auch Personen mit Vorerkrankungen, vor allem mit solchen des Herz-Kreislauf-Systems. Und die sind insbesondere in den entwickelten Wohlstandsnationen finden, „beziehungsweise dort, wo die Menschen einfach ein bisschen fetter sind“. Und welche Nation trifft das am Meisten? Richtig: die USA. Und die haben den Planeten „mit ihrer „Wachstum-um-jeden-Preis“-Politik schon immer in die Bredouille gebracht“ (4, 5).

Der namenlose Sprecher, der aber erkennbar zur intellektuellen Elite seines Senders zählt, hat damit das Ziel klar benannt: die Alten sollen weg. Die haben zwar ihr Leben lang hart gearbeitet und – jedenfalls die ganz Alten – sich am Wiederaufbau des Landes beteiligt und den Wohlstand erarbeitet, der der jüngeren Generation heute zur Verfügung steht, aber inzwischen sind sie eben nicht mehr produktiv, sondern kosten nur Geld und beanspruchen Ressourcen. Und da ist es nur zu verständlich, dass die Verantwortlichen des Senders es begrüßen, dass die Alten „dahingerafft“ werden, zumal deren Wohnraum dringend für Schutzsuchende benötigt wird.

Der Chef der Senioren-Union – Otto Wulff – hält das Video für „kriminell“, denn: „das ist die Sprache der Gosse. Die Sprache derjenigen, die mit Grobheiten zu tun haben, die spalten wollen“. Er wünscht sich ein neues Miteinander der Generationen: „Diese Epidemie bietet eine große Chance für eine Gemeinsamkeit von Jung und Alt zusammenzustehen. Wir müssen diese Chance wahrnehmen, auch um Generationenkonflikte zu verhindern“ (5). Da wird er bei den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender auf taube Ohren stoßen. Die sind weder an einer Gemeinsamkeit von Jung und Alt interessiert noch wollen sie eine Spaltung der Gesellschaft verhindern. Das kann man jeden Tag in vielen Programmen sehen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.youtube.com/watch?v=MDwAPEc3COU
(2) https://www.welt.de/vermischtes/article204618322/Oma-ist-ne-Umweltsau-WDR-Kinderchor-sorgt-fuer-Empoerung.html
(3) https://www.focus.de/politik/deutschland/wort-zum-sonntag-in-der-ard-pastorin-spricht-sich-fuer-fluechtlingshilfe-aus-afd-wuetet-lob-von-den-gruenen_id_11756476.html
(4) https://www.welt.de/kultur/article206548759/ARD-Satire-Coronavirus-rafft-die-Alten-dahin-Das-ist-nur-gerecht.html
(5) https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/corona-satire-senioren-union-chef-wulff-fordert-entschuldigung-69416742.bild.html

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