Bedford-Strohm (EKD) fordert: Seenotrettung mit Verteilung der „Geretteten“ auf EU-Länder

Guten Morgen liebe Hessen,

Heinrich Bedford-Strohm, bislang bekannt als Theologe und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, ist unter die Seefahrer gegangen. Im Februar stand er an Deck des neuen Schiffs „Sea Watch 4“, das von seiner Kirche und mit Mitteln der Kirchensteuer zum „Rettungsschiff“ umgebaut wurde. Es soll zukünftig im Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten und – was ihm offensichtlich wichtiger ist – in einen sicheren Hafen gebracht werden (1). Und der kann natürlich nur in der EU liegen. Endziel der Flüchtlinge ist aber Deutschland. Denn dort kommt der Staat für die Flüchtlinge auf und der zahlt die vielen Milliarden an die verschiedenen „Hilfsorganisationen“, die sich um Unterbringung und Betreuung der Schutzsuchenden kümmern.

Verständlich, dass Kapitän Bedford-Strohm ein Interesse daran hat, den Flüchtlingsstrom nicht abreißen zu lassen. Und hier wird er ungewohnt deutlich: „Europa verliert seine Seele, wenn es an dieser Stelle nicht den eigenen Grundorientierungen gemäß handelt und dazu gehört eben, dass man sich nicht einfach abschottet und sagt, die Menschen in Not sollen von ganz anderen Ländern versorgt werden, unabhängig davon, wie dort die Menschenrechtssituation ist. ‚Hauptsache nicht bei uns`. Das ist keine christliche Haltung. Das ist unwürdig für Europa“ (1).

Bedford-Strohm fordert daher eine staatliche Seenotrettung mit anschließender Verteilung der Geretteten auf die EU-Länder. Die sollen sich – so Bedford-Strohm – auf die „gerechte“ Verteilung von Flüchtlingen einigen (2). Da spricht ganz der Theologe, der wahrscheinlich den Bibeltext des Markus-Evangeliums (6, 30-44) im Blick hat, in dem Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Männer bewirten konnte. Aber Bedford-Strohm ist nicht Jesus und was in der Bibel problemlos funktioniert, scheitert in der Realität. Denn auch wenn Deutschland (noch) ein reiches Land ist, sind die Mittel begrenzt. Und ein einfacher Blick auf den Globus zeigt: Afrika ist dreimal so groß wie Europa. Es ist zwar dünner besiedelt, hat aber dennoch mehr als die 2,5-fache Bevölkerung wie die EU – und das mit deutlich steigender Tendenz. Und der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung ist in Afrika deutlich höher als in Europa. Und die kosten richtig viel: jeder einzelne UMA kostet pro Jahr 70.000 Euro – mithin das Steueraufkommen von 20 (zwanzig) Bürgern.

Und mit jeder einzelnen „Rettungsfahrt“ des Kirchenschiffes nimmt der Anreiz für die in Afrika Wartenden zu, ebenfalls die Flucht nach Europa anzutreten. Denn dort warten – aus ihrer Sicht – paradiesische Zustände: eine kostenfreie Wohnung (häufig sogar ein Neubau), kostenlose Verpflegung und medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Und für diejenigen, die kriminell sind oder es werden wollen, sind die Aussichten auch paradiesisch. Während in der Heimat für einen Diebstahl oder einen Drogenhandel ein dunkler Kerker oder das öffentliche Abhacken der Hand wartet, gibt es in Deutschland schlimmstenfalls ein paar deutliche Worte des Richters in einer unverständlichen Sprache.

Die christliche Haltung Bedford-Strohms geht aber sicher nicht so weit, dass er selbst Flüchtlinge bei sich zuhause aufnimmt, weil eine Abschottung unter der Überschrift „Hauptsache nicht bei uns“ unchristlich ist.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wir-schicken-ein-schiff-100.html

(2) https://www.evangelisch.de/inhalte/172307/07-07-2020/bedford-strohm-sea-watch-4-im-august-einsatzbereit

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