Bedford-Strohm meldet sich zu Wort: Seenotrettung

Guten Morgen liebe Hessen,

Heinrich Bedford-Strohm hat sich zu Wort gemeldet. Das macht er oft und gern, denn er ist ein Mann des Wortes. Wer mit dem Doppelnamen gerade nichts anfangen kann: es ist jener Mann, der zusammen mit dem übergewichtigen Kardinal Marx den Tempelberg in Jerusalem besuchte, wobei beide Geistliche ihr Kreuz aus „Respekt“ vor dem muslimischen Gastgeber abgelegt hatten. Deutlicher kann man als Kirchenmann seinen Glauben nicht verleugnen. Jesus hätte die beiden Heuchler vermutlich mit Fußtritten aus dem Tempel gejagt.

Aber niemand hat Bedford-Strohms Rücktritt gefordert oder ihn abgewählt. Und so konnte er vor einigen Tagen verschiedene Interviews zum Thema Seenotrettung geben. Seenotrettung – so erklärt uns der Geistliche – bedeutet aber nicht nur, die Schiffbrüchigen in ein seetüchtiges Gefährt aufzunehmen, sondern sie auch an Land zu bringen. Aber nicht in den nächsten sicheren Hafen – wie es das Seerecht fordert – sondern „in die EU“, damit sie dort ein Asylverfahren bekommen.

Und er fügt hinzu: „Genau so, wie es unserem Recht entspricht“ (1). Von welchem Recht er spricht, verrät er nicht. Internationales oder bundesdeutsches Recht kann es nicht sein. Das fordert die Rettung Schiffbrüchiger und deren Transport in den nächsten sicheren Hafen. Aber keinesfalls den Transport in die EU oder in ein Land, in dem diese dann Asyl beantragen können. Das, was Bedford-Strohm verlangt, verstößt u.a. gegen die Bestimmungen des Grundgesetzes, des Asylgesetzes und des Aufenthaltsgesetzes.

Das stört den Kirchenmann jedoch nicht. Im Gegenteil: er fordert: „Wo der Staat sich seiner Aufgabe verweigert, Menschenleben zu retten, da greift das Gebot der Nächstenliebe“ (2). Bedeutet konkret: wenn der Staat sich weigert, illegale Migranten aufzunehmen, die von kriminellen Schleppern ausgesetzt werden, um gerettet zu werden, greift er zur Selbstjustiz. Das hat aber mit „Nächstenliebe“ nichts zu tun, sondern eher mit kommerziellen Interessen der Kirche.

Die Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern liegen vielfach in der Hand kirchlicher Einrichtungen, wie etwa der Diakonie oder der Caritas. Diese erhalten von den Kommunen für jeden Asylbewerber einen Pauschalbetrag. Dieser dürfte in vielen Fällen deutlich höher sein als das, was an tatsächlichen Kosten für die Asylbewerber anfällt, d.h. die Organisationen verdienen vermutlich viel Geld mit der Unterbringung von Asylsuchenden.

Deshalb unterstützt der Kirchenmann die „Seenotretter“ – aber nur mit Worten, nicht etwa mit Geld. Die EKD gibt nach seinen Angaben jährlich 100.000 Euro für das Aufklärungsflugzeug „Moonbird“ – ein kümmerlicher Betrag angesichts 6 Milliarden Kirchensteuern pro Jahr alleine für die EKD (1). Ein eigenes Schiff dagegen hält der Geistliche nicht für sinnvoll, stattdessen strebt er ein „breites gesellschaftliches Bündnis an, das gemeinsam Spenden einwirbt und damit ein Schiff finanziert“. Damit wird deutlich: die Kirche möchte möglichst viele Flüchtlinge nach Deutschland holen, den Transport sollen aber andere bezahlen. Und wenn die Asylsuchenden erst einmal hier sind, zahlt ohnehin der arbeitende Steuer- und Beitragszahler.

Und selbstverständlich bringt kein Kirchenmann auch nur einen einzigen Schutzsuchenden im bischöflichen Palais unter.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter


(1) https://epaper.faz.net//webreader-v3/index.html#/460145/2-3
(2) https://www.zeit.de/2019/28/leoluca-orlando-heinrich-bedford-strohm-matteo-salvini-migrationspolitik

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