BEHÖRDEN VERSCHWEIGEN SEIT WOCHEN: „Kultursensible“ Großhochzeiten als Corona Hotspots

Guten Morgen liebe Hessen,

Seit einigen Jahren wird immer wieder über türkische Hochzeitskorsos berichtet, bei denen ganze Autobahnen blockiert und Schüsse aus dem geöffneten Autofenster abgegeben werden. Caner Aver vom Zentrum für Türkeistudien in Essen erklärt die fremden Bräuche kultursensibel: „In der türkischen Festkultur werden wichtige familiäre Anlässe traditionell größer gefeiert als in Deutschland“ (1). Und dabei werden die Gesetze des Gastlandes nicht weiter beachtet – denn Strafen gibt es in solchen Fällen kaum.

Aber nicht nur die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden von Hochzeitsgästen regelmäßig missachtet – auch die aktuell geltenden Corona-Regeln scheinen viele Feiernden nicht zu interessieren. So feierten kürzlich im Lux Event Center in Treptow 350 Gäste, mindestens 48 von ihnen haben sich dabei mit Corona-infiziert – darunter auch das Brautpaar. Ursache: Missachtung aller Corona-Regeln. Einer der Teilnehmer sagte einem Reporter der Bild: „Man begrüßte sich mit Küsschen. Keiner trug Masken“ – und weiter: „Keiner hat uns gesagt, dass wir Abstand halten oder einen Mundschutz tragen sollen. Im Saal waren viel zu wenige Fenster, die offen waren“. Inzwischen stehen insgesamt 30 Haushalte unter Quarantäne. Der zuständige Gesundheitsstadtrat zu der Feier: „Solche Feiern stellen unsere Gesundheitsämter vor große Probleme. Ich ärgere mich massiv, dass die Zahlen immer weiter hochgehen und dass dies die Leute nicht interessiert“ (2). Bereits eine Woche zuvor waren nach einer Feier in einem Tempelhofer Festsaal mit mehreren hundert Personen mehr als 30 Gäste positiv auf Corona getestet worden (3).

Kaum eine der zahlreichen Berichte erwähnte den kulturellen Hintergrund der Feiernden. Erst die BILD-Zeitung deckte am 06. Oktober auf, „dass sich mindestens 48 Gäste auf einer türkisch-arabischen Hochzeitsfeier in Berlin infiziert hatten. Bei dem Fest am 25. September hatte das Brautpaar mit 350 Gästen dicht an dicht getanzt“. Und BILD weiß auch, warum das bislang nicht kommuniziert wurde: „Behörden verschweigen seit Wochen, dass sich immer wieder Gäste auf Groß-Hochzeiten mit Corona infizieren! Und: Sie verschweigen auch, wer diese Groß-Hochzeiten feiert“. Dabei fanden in den letzten Wochen allein in Berlin vier weitere Groß-Hochzeiten mit mehreren Hundert Gästen statt. Aber nicht nur Berlin wird groß gefeiert: in Göttingen fanden im Mai Familienfeiern einer „kriminellen Großfamilie aus Albanien“ mit mehr als 200 Gästen statt. Folge: 120 Infizierte. Im August feierten mehr als hundert Marokkaner eine Hochzeit in Mainz. Die Zahl der Infizierten ist nicht bekannt. Und bei einer irakischen Hochzeit in Lahr feierten am 25. September 240 Gäste. Folge: 50 Corona-Infizierte (4).

Niemand sollte sich darüber wundern, wenn Angehörige anderer Kulturen es nicht so genau nehmen mit Vorschriften und Gesetzen in Deutschland. Denn man hat ihnen immer wieder signalisiert, dass für ein multikulturelles und buntes Miteinander auch Gesetzesüberschreitungen toleriert werden. Und wenn schon bei gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr bei Hochzeitskorsos niemand ernsthaft bestraft wird, muss man es mit den Corona-Regeln auch nicht so genau nehmen. Dabei kann eine Missachtung dieser Regeln schwerwiegendere Folgen haben als Verstöße im Straßenverkehr.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Immer-wieder-Chaos-bei-tuerkischen-Hochzeitskorsos-Experten-erklaeren-was-dahinter-steckt
(2) https://www.focus.de/panorama/welt/schon-48-infizierte-corona-ausbruch-bei-mega-hochzeit-in-berlin-braut-freundin-wurde-zur-superspreaderin_id_12510152.html
(3) https://www.bz-berlin.de/berlin/neukoelln/dutzende-corona-infizierte-nach-hochzeitsfeier-in-berlin
(4) https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/corona-behoerden-chaos-nach-gross-hochzeiten-warum-haben-sie-die-wahrheit-versch-73278638.bild.html

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