Behördenversagen kostet Menschenleben – Raubmord durch polizeibekannte Jugendliche

Guten Morgen liebe Hessen,

Die BILD-Zeitung titelte kürzlich „Handtaschenraub in Ravensburg“. Für viele Leser wahrscheinlich kein Grund, den Artikel zu lesen. Was könnte da schon drinstehen: ein Jugendlicher oder ein Drogenabhängiger hat einer Oma die Handtasche entrissen, in der sie 80 Euro und ihren Behindertenausweis hatte. Aber weit gefehlt: im Kleingedruckten erfährt man: „15-Jährige soll 62-Jährige am Bahnhof erstochen haben“. Gegen 22.00 Uhr war eine 62-jährige Fabrikarbeiterin auf dem Weg nach Hause und wurde von einer 15-Jährigen überfallen. Dabei verletzte die Täterin sie mit einem Messer im Halsbereich. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch Polizeibeamte starb das Opfer innerhalb kurzer Zeit. Nach Auswertung von Überwachungsaufnahmen im Bahnhofsbereich und durch Zeugenaussagen erhärtete sich der Verdacht gegen die „deutsche Jugendliche“ aus dem Landkreis Ravensburg, die festgenommen und in Untersuchungshaft genommen wurde (1).

Wenige Minuten nach der Tat fotografierte sich das 15-jährige „Killer-Mädchen“ auf einer Toilette. Sie hielt ihren rechten Mittelfinger in die Kamera und schrieb dazu: „Vielleicht morgen in den Knast. Denn die Bullen sind an meinem Arsch“. Das Foto verbreitete sie im Internet (2). Die türkischstämmige Tatverdächtige ist der Polizei als Intensivtäterin „schon bestens bekannt“. Sie war erst kürzlich aus der Haft entlassen worden, wo sie eine Haftstrafe wegen Raubes und anderer Delikte – begangen im Alter von 14 Jahren – verbüßt hatte (3).

Dass Jugendliche Straftaten begehen, ist nichts Ungewöhnliches. Meist handelt es sich dabei um jugendspezifische Delikte – also Delikte, die von Kindern und Jugendlichen im Verhältnis zu Erwachsenen überproportional häufig begangen werden – also vor allem Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und einfache Körperverletzung. Erst im Sommer 2019 wurde in Mülheim eine 18-Jährige von fünf Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren (!) vergewaltigt. Bei den Tätern – zwei 12-Jährigen und drei 14-Jährigen – handelt es sich um türkischsprechende Bulgaren (4). Die drei strafmündigen Täter wurden inzwischen verurteilt: einer zu 2 ½ Jahren, die beiden anderen zu jeweils 18 Monaten auf Bewährung (5). Den Eltern der beiden strafunmündigen Täter boten die Behörden Hilfe an, die dies jedoch ablehnten. Eine Inobhutnahme war daher nicht möglich (4).

Bei allen diesen Tätern – aber insbesondere bei der 15-Jährigen – stellt sich die Frage, warum offensichtlich Eltern und Behörden untätig bleiben. Bei der Tatverdächtigen handelt es sich um eine erziehungsresistente Intensivtäterin, die bereits mehrfach mit schwerwiegenden Delikten aufgefallen ist, die auch bereits zu einer Verurteilung ohne Bewährung geführt haben. Ganz offensichtlich sind die Eltern mit der Erziehung entweder völlig überfordert oder sie tolerieren die kriminellen Aktivitäten der Tochter. In beiden Fällen ist es Aufgabe der Behörden, die Erziehung kompetenten Personen zu übertragen, um weitere Straftaten auszuschließen. Das ist vorliegend nicht erfolgt. Möglicherweise wollten sich die zuständigen Beamten nicht dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit oder des Rassismus aussetzen. Diese Untätigkeit musste das Opfer mit dem Leben bezahlen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/news/2021/news/ravensburg-15-jaehrige-soll-62-jaehrige-am-bahnhof-erstochen-haben-75319950.bild.html

(2) https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/sie-wollte-einer-62-jaehrigen-die-handtasche-rauben-und-erstach-sie-killer-maedc-75343356,la=de.bild.html

(3) https://www.bild.de/bild-plus/regional/stuttgart/stuttgart-aktuell/ravensburg-gegen-das-killer-maedchen-15-hatte-rosa-62-keine-chance-75360462.bild.html

(4) https://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Frau-18-von-Jugendlichen-vergewaltigt-Wir-waren-alle-hier-und-keiner-hat-was-mitbekommen

(5) https://www.tz.de/welt/vergewaltigung-muelheim-familie-von-haupttaeter-entgeht-erneut-ausweisung-zr-12772119.html

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