Bevölkerung wegen Flüchtlingskrise traumatisiert, Ursache: Darstellung der Realität

Guten Morgen liebe Hessen,

Das Flüchtlings-Thema ist aktuell wieder jeden Tag in den Medien präsent. Es gibt zahlreiche – sich teilweise widersprechende – Berichte und Kommentare. Und selbstverständlich gibt es auch Experten, die das „Problem“ von allen Seiten beleuchten. Zum Beispiel aus Sicht eines Sozialpsychologen, der die Lage analysiert und erläutert, wie die „Gesellschaft ihr Trauma überwindet“ (1). Gemeint ist damit nicht etwa das Trauma der Schutzsuchenden, sondern das Trauma derer, die schon länger in diesem Land leben. Denn – so der Psychologe Ulrich Wagner, Professor an der Universität Marburg – viele in der Gesellschaft haben „die Situation 2015 als traumatisch wahrgenommen“. Viele Bürger seien durch die Entwicklung von damals verängstigt und hätten die Ereignisse als Trauma abgespeichert. Dafür gebe es eine Reihe von Gründen, die er aufzählt (1).

An erster Stelle nennt er die „politische Instrumentalisierung“ des Themas, vor allem durch die Pegida-Bewegung und die AfD. Diese habe das Thema „missbraucht“, indem sie „Ängste geschürt, Stereotypen bedient und rassistische Ressentiments verbreitet“ habe. Aber auch andere Parteien – etwa die CSU – haben das Thema Flüchtlinge zum dringendsten Problem erklärt und damit die Menschen verängstigt (1). Genau das ist aber die Aufgabe der Politik: die bestehenden Probleme zu benennen und Lösungen dafür anzubieten. Und dass eine unkontrollierte Massenzuwanderung von Millionen von Menschen – viele ohne Ausbildung und Sprachkenntnisse und aus einem völlig anderen Kulturkreis mit anderen Vorstellungen über das Zusammenleben – zu massiven Problemen führt, ist ganz offensichtlich.

Ein Politiker, der das nicht thematisiert, nimmt seine Aufgaben nicht wahr.
Und dann nennt der Psychologe als weiteren Grund für das Trauma in der Gesellschaft die mediale Darstellung der Flucht mit Bildern von langen Flüchtlingszügen und Menschenmassen an den Grenzen (1). Tatsächlich ist das aber nichts anderes als die Darstellung der Realität. Wie soll man eine Zuwanderung von hunderttausenden oder Millionen von Menschen bildlich anders darstellen als durch Menschenmassen und Flüchtlingstrecks.

Und als letzten Grund nennt er die Prägung der Flüchtlinge durch „einzelne negative Ereignisse“, wie etwa der sexuellen Übergriffe in Köln in der Silvesternacht 2015/2016. Die Folge sei gewesen, dass „plötzlich viele der männlichen Asylbewerber als potenzielle Vergewaltiger stigmatisiert wurden, was natürlich in keiner Weise der Wahrheit entspricht“. Das trifft natürlich zu: die Mehrheit der Zuwanderer verhält sich gesetzeskonform und unauffällig. Andererseits sind Zuwanderer deutlich überproportional unter den Tatverdächtigen vertreten: sie stellen insgesamt 8,6 % der Tatverdächtigen, aber nur 1,8 % der Bevölkerung, sind also fast um den Faktor 5 überrepräsentiert. Besonders häufig sind Zuwanderer in den Deliktsbereichen Straftaten gegen das Leben (15 %) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (12 %) vertreten (2).

Wenn aber eine Gruppe von Personen deutlich häufiger kriminell wird als der Durchschnitt der Bevölkerung, ist es nur natürlich, dass man Mitgliedern dieser Gruppe mit entsprechender Vorsicht begegnet. Das müsste der Psychologe eigentlich wissen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/perspektiven/gesellschaft-gestalten/sozialpsychologe-im-interview-fluchtjahr-2015-praegt-deutsche-bis-heute-wie-gesellschaft-ihr-trauma-ueberwindet_id_11739789.html
(2) https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_node.html

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