Bevölkerungszahl wächst wegen massiver Migration: Wohnraum knapp, Mieten steigen, mehr Verkehr

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich meldete die FAZ, dass Deutschland erstmals
mehr als 84 Millionen Einwohner hat. Ursache ist die massive Einwanderung der
letzten Jahre, ohne die die Bevölkerungszahl deutlich abgenommen hätte (1).
Diese Abnahme der Bevölkerung wird überwiegend als Katastrophe angesehen. Dabei
ist Deutschland eines der am dichtesten bevölkerten Länder der Erde. Der
unbefangene Leser muss jedoch den Eindruck erhalten, dass ein ausbleibendes
Bevölkerungswachstum – oder gar eine Abnahme der Bevölkerungszahl – eine Katastrophe
bedeutet, die es abzuwenden gilt. Ähnlich wie beim Wirtschaftswachstum. Dabei
stellt sich jedoch niemand die entscheidende Frage: benötigen wir überhaupt ein
Bevölkerungswachstum? Oder ist dieses Wachstum möglicherweise sogar schädlich?

Rückblick: zum Zeitpunkt von Christi Geburt betrug
die Weltbevölkerung 300 Millionen, im Jahr 1800 etwa eine Milliarde, 1920 zwei,
1960 drei, 1974 vier, 1986 fünf, 1998 sechs und 2010 sieben Milliarden
Menschen. Wer heute 70 Jahre alt ist, hat während seines Lebens eine
Verdreifachung der Weltbevölkerung erlebt. Manche mögen diese Entwicklung gut
finden, weil es in ihr Weltbild passt. Und für viele religiöse Führer ist die
Vermehrung ihrer Anhänger das wichtigste Anliegen. Andere sehen das eher
kritisch – insbesondere diejenigen, die sich mit den Folgen dieser Entwicklung
rational befassen. Fakt ist: die Größe der bewohnbaren und für die
Landwirtschaft nutzbaren Erdoberfläche ist begrenzt und ändert sich nicht. Und
wenn, eher in Richtung Verkleinerung, z.B. wenn nicht nutzbare Wüsten- oder
Überschwemmungsflächen zunehmen. Fakt ist weiterhin: jeder Mensch belastet die
Umwelt – direkt oder indirekt – durch Müll und Schadstoffe, der eine mehr, der
andere weniger. Fakt ist weiterhin: jeder Mensch beansprucht Flächen zum Wohnen,
als Verkehrsflächen, zur Gestaltung der Freizeit etc. – und das eher mit
zunehmender Tendenz.

In Deutschland lebten zum Zeitpunkt der
Reichsgründung 1871 etwa 41 Millionen Menschen, 1900 waren es etwa 56 Millionen
– und das auf einer deutlich größeren Fläche als die Bundesrepublik umfasst.
Und dennoch war das Deutschland von 1900 ein für damalige Verhältnisse
fortschrittlicher Staat mit prosperierender Wirtschaft. Heute merken wir die
Folgen der Zunahme der Bevölkerung vor allem in den Ballungsräumen: Mangel an
Wohnraum mit der Folge der Steigerung von Immobilien- und Mietpreisen, ein
Verkehrsinfarkt auf Schiene und Straße, dem man mancherorts mit einem aus
Goethes Zeiten stammenden Fortbewegungsmittel begegnen möchte. Und nicht
zuletzt mit einer Zunahme der Gewalt, die auch bedingt ist durch die zunehmende
Enge. Immer mehr Menschen müssen sich immer weniger Platz teilen. Das führt zur
Zunahme von Aggressionen – insbesondere dann, wenn diese Menschen auch noch aus
unterschiedlichen Kulturkreisen stammen und daher völlig unterschiedliche
Vorstellungen vom Zusammenleben haben.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1)
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/deutschland-hat-erstmals-mehr-als-84-millionen-einwohner-18345650.html

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