BLM fordert Boykott „weißer Wirtschaft“: Aktivisten wollen Rassismus mit Rassismus bekämpfen

Guten Morgen liebe Hessen,

Im Zuge der beginnenden Weihnachtszeit hat die „Black Lives Matter“-Bewegung (BLM) dazu aufgerufen, nicht in Geschäften einzukaufen, die von Weißen geführt werden. „Kauft ausschließlich bei schwarzen Unternehmern“, forderte BLM unter dem Hashtag BlackXmas (schwarze Weihnachten) bei Instagram. Der Aufruf richtet sich aber nicht nur gegen Geschäfte, sondern generell gegen Organisationen und Banken, die von weißen Inhabern geführt werden. Denn Banken, die von Weißen geleitet werden, finanzierten „die Unterdrückung Dunkelhäutiger“. Und überhaupt sichere das kapitalistische System Weißen Profite zu Lasten von Schwarzen (1).

Das ist doch endlich einmal eine gute Idee der schwarzen Gemeinschaft – Boykott „weißer Produkte“. Damit sollten dann aber nicht nur die Produkte gemeint sein, die in Geschäften mit weißen Inhabern verkauft werden, sondern generell alle Produkte, die von Weißen erfunden, entwickelt oder hergestellt werden. Und da kommt eine lange Liste zusammen: angefangen bei Büchern und Spielzeug über Kameras, Unterhaltungselektronik bis zu Computer und Smartphones (Erfinder weiß, Hersteller meist Asiaten). Den Weg zum schwarzen Laden muss der BLM-Aktivist dann zu Fuß zurücklegen, denn selbstverständlich kann er keine Verkehrsmittel benutzen, da die alle von Weißen erfunden und entwickelt wurden. Das gilt für die U-Bahn genauso wie für das Auto oder das Flugzeug. Und selbst das Fahrrad kann er nicht nehmen, denn auch das wurde von einem Weißen erfunden. Und wenn er zu Fuß geht, muss er darauf achten, dass er das richtige Schuhwerk anhat. Denn die meisten Schuhe wurden von Weißen entwickelt. Und damit fallen auch sämtliche Adidas-Produkte weg, denn der Adidas-Gründer (Adolf Dassler) war nicht nur weißer, sondern auch rassistischer Deutscher, der mit dem Reichstrainer und dem Reichssportführer befreundet war. Nicht zu vergessen: die weiße Medizin. Vielleicht lehnen die BLM-Aktivisten dann auch „weiße“ Medikamente, „weiße“ Impfstoffe und die Behandlung von Schwarzen durch weiße Ärzte ab.

Positiver Nebeneffekt: wenn Schwarze nicht mehr in „weiße“ Geschäfte gehen, könnte das auch das schwarz-weiße Konfliktpotential reduzieren. So fragte z.B. vor einigen Monaten in einem ALDI-Markt in Berlin ein „älterer weißer Herr“, der eine Packung Schokoküsse in der Hand hielt, seinen Sohn, ob er die „Negerküsse“ mitnehmen solle. Der Ghanaer Prince Ofori war Zeuge dieses Dialogs und wies den älteren Herrn zurecht und fragte ihn, „ob er nicht wisse, dass dieses Wort (gemeint: N****) nicht mehr genutzt werden darf“. Der Kunde erwiderte daraufhin, dass er sich „den Mund nicht verbieten“ lasse. Der schwarz-weiße Streit eskalierte und führte dazu, dass der Ghanaer vom Personal des Ladens verwiesen wurde (2). Diesen Streit könnte es dann zukünftig nicht mehr geben, wenn konsequent weiße nur in „weißen“ Läden und schwarze nur in „schwarzen“ Läden einkaufen. Die Älteren werden sich erinnern: etwas Ähnliches gab es früher schon einmal in den USA und in Südafrika (dort „Apartheid“ genannt) – getrennte Einrichtungen für Schwarze und Weiße. Das wurde dann aber als rassistisch angesehen und aufgrund anhaltender Proteste der Schwarzen abgeschafft.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2021/black-lives-matter-blackxmas/

(2) https://www.tagesspiegel.de/berlin/vorfall-in-neukoellner-aldi-filiale-kunde-wird-im-supermarkt-rassistisch-beleidigt-mitarbeiter-entlassen/27127584.html

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