BUNDESPRÄSIDENT STEINMEIER ZUFRIEDEN: „Die Truppe ist heute deutlich kleiner, vielfältiger, bunter als damals“

Guten Morgen liebe Hessen,

Jubiläen werden von unserem Staatsoberhaupt – derzeit Frank-Walter S. – immer gerne zum Anlass genommen, um sich zu Wort zu melden und dem Volk eine mehr oder weniger gelungene Rede zu halten. Dabei wurden in der Vergangenheit durchaus wichtige und große Reden gehalten – so etwa von Theodor Heuß, Gustav Heinemann oder Richard von Weizsäcker. Aber das ist lange her. Nicht wenige Bürger wünschen sich sicher, dass der Präsident wenig redet – oder am besten überhaupt nicht. Jedenfalls nicht zu wichtigen Anlässen. Wie etwa aktuell dem 65. Gründungstag der Bundeswehr. Für einen guten Bundespräsidenten sicher ein schönes Thema, zu dem man vieles sagen könnte. Zum Beispiel, dass die Bundeswehr 10 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges von Adenauer gegen den Widerstand weiter Teile der Bevölkerung gegründet wurde und in den darauffolgenden Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Friedenssicherung geleistet hat. Oder dass nach dem Zerfall des Ostblocks die Bundeswehr zunehmend im Ausland tätig ist. Etwa zur „Friedenssicherung“ in Afghanistan, während junge wehrfähige Männer aus Afghanistan in Deutschland Asyl erhalten.

Der Präsident könnte an dieser Stelle die kritische Frage stellen, ob unsere Freiheit wirklich am Hindukusch oder in Afrika verteidigt werden muss und ob es nicht besser wäre, wenn sich Deutschland – auch angesichts seiner Geschichte – aus fremden Konflikten grundsätzlich heraushält. Der Präsident könnte auch kritisch anmerken, dass die Stimmung in der Truppe schlecht ist, weil es überall an Material und Ausrüstung fehlt. Flugzeuge und Hubschrauber müssen am Boden bleiben, weil Ersatzteile fehlen, kaum ein U-Boot ist einsatzfähig und die Gorch Fock liegt seit Jahren auf dem Trockenen.

Aber nichts davon ist in der Grußbotschaft des Präsidenten zum 65. Gründungstag zu finden. Dafür zeigte er sich über die zunehmende Diversität in den Streitkräften hocherfreut. Zum Beispiel, dass zunehmend Frauen in der Bundeswehr dienen und es immer mehr Soldaten mit Migrationshintergrund gibt: „Die Truppe ist heute deutlich kleiner, vielfältiger, bunter als damals“ – so der Präsident (1). Das ist natürlich richtig – aber kann sie deshalb auch ihren Auftrag besser erfüllen? Wohl kaum. Denn für die Bundeswehr gilt dasselbe wie für andere Organisationen mit spezifischen Aufgaben wie etwa die Polizei, die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk. Diese erfüllen ihre Funktion dann am besten, wenn die Mitarbeiter gut ausgebildet, kompetent und motiviert sind. Diversität, Vielfältigkeit oder Buntheit sind dabei keine entscheidenden Kriterien. Im Gegenteil. So hat die Bundeswehr z.B. die Anforderungen im Sporttest für Frauen abgesenkt, um ihnen gleiche Chancen einzuräumen. So werden für Männer im Standweitsprung 1,95 m gefordert, für Frauen genügen 1,57 m. Männer müssen im 12-min-Lauf 1.900 m zurücklegen, Frauen nur 1.480 m. Wer aber eine leistungsfähige Armee möchte, muss von jedem Bewerber dieselben Mindestleistungen fordern – unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe oder der Religion. Leistungsfähigkeit scheint aber kein Kriterium mehr für die Bundeswehr zu sein. Hauptsache divers, vielfältig und bunt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/diversitaet-bundeswehr/

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