Corona-Impfung – Verbreitung von Falschinformationen durch Impfgegner

Guten Morgen liebe Hessen,

Am 14.11.2021 meldete der Bayerische Rundfunk, dass nach einer Auswertung des Landesamtes für Gesundheit (LGL) zeigte, dass etwa ein Drittel der aktuellen Corona-Todesfälle in Bayern vollständig geimpft war (1). Auf den ersten Blick kann – zumindest bei Personen, die mit der Materie nicht vertraut sind – der (fasche) Eindruck entstehen, die Impfung sei unwirksam oder überflüssig. Eine Heilpraktikerin (sic!) wurde durch den Bericht auch sofort zu einer Pressemitteilung veranlasst: „Zuerst hieß es, dass die erste Impfung einen gewissen Schutz bietet und nach der zweiten Spritze einen vollständigen Schutz vor COVID besteht. Es wird immer deutlicher, dass diese Impfung nicht hält, was die Regierung verspricht. Weder entsteht so eine Herdenimmunität, noch wird ein schwerer Verlauf bis hin zum Tod ausgeschlossen. Stattdessen fordert die Landesregierung, dass ‚geboostert‘ werden soll. Je weniger die Impfung hält was sie verspricht, desto mehr beharrt die Regierung auf ihrer Impfstrategie. Damit lenkt sie nur vom eigenen Versagen ab und zeigt, dass sie seit Beginn der Pandemie nichts dazugelernt hat“ (2).

Machen wir einfach mal den Realitätscheck:

1. Niemand (nicht einmal Jens Spahn) hat behauptet, dass die Impfung einen „vollständigen Schutz“ bietet. Im Gegenteil das RKI hat – als seuchenpolitisches Sprachrohr der Bundesregierung – bereits vor langer Zeit darauf verwiesen, dass der Impfschutz nicht vollständig ist, sondern nur etwa 90 %. Anders formuliert: bei 10 % der geimpften Personen ist die Impfung nicht wirksam. Und selbstverständlich hält sie auch nicht ewig an (3).

2. Niemand hat behauptet, dass „so“ (d.h. mit geringer Impfquote) eine Herdenimmunität entsteht. Zur Herdenimmunität ist eine bestimmte Impfquote erforderlich, die in jedem Fall über der derzeitigen von 70 % liegt (3).

3. Niemand hat behauptet, dass „ein schwerer Verlauf bis hin zum Tod ausgeschlossen“ wird. Durch die Impfung wird nur die Wahrscheinlichkeit deutlich reduziert, einen schweren – und ggf. tödlichen – Verlauf zu erleiden (3).

Die Impfung – und insbesondere die Booster-Impfung – ist die einzig sinnvolle Strategie, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, auch wenn die Meldung des Bayerischen Rundfunks möglicherweise etwas anderes vermuten lässt. Denn der hohe Anteil Personen, die trotz Impfung erkrankt sind, ist leicht zu erklären: da zu Beginn des Jahres zuerst die Älteren geimpft wurden, hat deren Impfschutz inzwischen auch vielfach nachgelassen. Gerade alte und multimorbide Patienten haben somit – soweit sie keine 3. Impfung erhalten haben – nur noch unzureichenden Schutz. Hinzu kommt, dass möglicherweise viele Geimpfte im Glauben an ihre vermeintliche Immunität Abstands- und Hygieneregeln nicht beachtet haben und sich so infizieren konnten. Die durch den BR aufgezeigte Entwicklung war insoweit zu erwarten. Und richtig ist, dass die Regierung daran nicht unschuldig ist, denn sie hat nicht rechtzeitig auf die nachlassende Wirkung hingewiesen und genügend Impfstoff für die Booster-Impfung bereitgestellt du sie hat nicht ausreichend darauf verwiesen, dass auch mit Impfung Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden sollen – insbesondere solange die vom RKI angestrebte Impfquote nicht erreicht ist.

Fazit: die Verbreitung zutreffender – aber falsch interpretierter und mit gezielten Fehlinformationen versehene – Meldungen führen zur Verunsicherung und begünstigen das Pandemie-Geschehen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.br.de/nachrichten/bayern/viele-corona-tote-in-bayern-waren-vollstaendig-geimpft,SoiQ5Lm

(2) https://afd-fraktion-hessen.de/immer-mehr-tote-trotz-impfung/

(3) https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Wirksamkeit.html

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