CORONA-VIRUS ZEIGT DEUTLICH: Die Kehrseite der Globalisierung und einer Politik der offenen Grenzen

Guten Morgen liebe Hessen,

Das Corona-Virus (SARS-CoV-2) wurde im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan neu identifiziert. Das Virus verursacht eine Erkrankung, die grippeähnliche Symptome mit Beteiligung der Lunge verursacht. Bislang gibt es nur lückenhafte Kenntnisse über die Ausbreitungswege des Virus, die Kontagiosität und die Inkubationszeit. Sicher ist nur: es hat sich in den wenigen Wochen über den gesamten Globus ausgebreitet und zahlreiche Menschen infiziert, von denen nicht wenige verstorben sind. Es wird eine sehr hohe Dunkelziffer an Infektionen vermutet, da die Möglichkeiten, Patienten auf das neue Virus zu testen, begrenzt sind.

Das Virus hat aber sehr deutlich die Probleme der Globalisierung gezeigt: so wie Personen und Waren binnen weniger Stunden von Kontinent zu Kontinent reisen können, können auch pathogene Krankheitserreger schnell in alle Regionen verbreitet werden. Bei vielen Mikroorganismen ist das problemlos, wenn die Kontagiosität gering ist oder die Erkrankungen nur einen leichten Verlauf zeigen. Bei anderen kann es dramatisch sein. Beispiel: HIV. Das Virus tauchte erstmals um 1930 in Zentralafrika auf und gelangte um 1965 nach Haiti, von wo es zunächst in die USA und dann in der gesamten Welt ausbreitete. Diese Ausbreitung verlief zunächst sehr langsam, aber ab Beginn der achtziger Jahre exponentiell. Grund hierfür ist, dass das Virus nur eine geringe Kontagiosität aufweist und nur bei direktem Kontakt über Körperflüssigkeiten verbreitet wird, d.h. nicht auf Distanz.

Anders beim Corona-Virus. Hier kann eine einzige Person binnen kurzer Zeit zahlreiche andere Personen infizieren, insbesondere bei engem Kontakt, d.h. in Verkehrsmitteln (U-Bahn) oder bei Massenveranstaltungen (Fußballstadion, Konzert, Demonstration). Dabei kann die Übertragung auch von Personen erfolgen, die symptomfrei sind, d.h. sich in der Inkubationszeit befinden oder bei denen die Infektion unerkannt bleibt. Alles das ist bekannt und sollte die verantwortlichen Politiker dazu veranlassen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Hierzu könnten Reisebeschränkungen von und nach China gehören. Diese wurden z.B. von Russland verhängt, nicht aber von Deutschland. Nach wie vor besteht reger Reiseverkehr, wobei möglicherweise wirtschaftliche Erwägungen eine Reisebeschränkung verhindern.

Immerhin betrachtet die Bundesregierung die aktuelle Entwicklung „mit Sorge“. Der zuständige Gesundheitsminister rechnet mit einer Ausbreitung des Virus in Deutschland, „sieht sich aber gut vorbereitet“, denn Deutschland verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt (1). Das stimmt natürlich, aber die Ressourcen sind begrenzt. Wenn jeder Infizierte in einem Isolierzimmer mit entsprechenden Maßnahmen untergebracht werden soll, stößt das System ganz schnell an seine Grenzen. Was er dann machen will, verrät der Minister nicht.

Das Virus zeigt aber auch sehr deutlich eine andere Kehrseite der Globalisierung. Durch die Auslagerung von Produktionen ins (billige) Ausland – und insbesondere nach China – hat sich die Wirtschaft in eine extreme Abhängigkeit begeben. Das mag bei Elektronik-Geräten oder Autoteilen unproblematisch sein, nicht aber bei Medikamenten. Hier gibt es bereits heute erhebliche Lieferengpässe für wichtige und lebensnotwendige Medikamente. Teilweise werden Wirkstoffe nur noch in einer bestimmten Region hergestellt. Wenn diese ausfällt, ist kein Ersatz verfügbar.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-italien-deutschland-101.html

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