Deniz Yücel neuer Präsident von Schriftstellerverein – „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“

Guten Morgen liebe Hessen,

Das PEN-Zentrum Deutschland („Poets, Essayists, Novelists“) ist eine deutsche Schriftstellervereinigung, die 1924 gegründet wurde. Präsidenten waren u.a. Erich Kästner (1951–1962), Heinrich Böll (1970–1972), Hermann Kesten (1972–1976) und Walter Jens (1976–1982). Ende Oktober 2021 wurde der Türke Deniz Yücel zum Präsidenten gewählt (1). Denis Yüksel bezeichnet sich als Journalisten und war als freier Autor u.a. für Jungle World, konkret, den Tagesspiegel, die Jüdische Allgemeine, qantara.de, die taz, die Süddeutsche Zeitung, amnesty journal, den Standard, Blond sowie den BR, den NDR und den WDR tätig. Von 2007 bis 2015 war er Redakteur der taz. In dieser Eigenschaft verfasste er dort 2012 einen Artikel unter der Überschrift: „Kolumne Geburtenschwund: Super, Deutschland schafft sich ab!“ (2).

„Endlich! Super! Wunderbar! Was im vergangenen Jahr noch als Gerücht die Runde machte, ist nun wissenschaftlich (so mit Zahlen und Daten) und amtlich (so mit Stempel und Siegel) erwiesen: Deutschland schafft sich ab! Nur 16,5 Prozent der 81 Millionen Deutschen, so hat das Statistische Bundesamt ermittelt, sind unter 18 Jahre alt, nirgends in Europa ist der Anteil der Minderjährigen derart niedrig. Auf je 1.000 Einwohner kommen nur noch 8,3 Geburten – auch das der geringste Wert in Europa. Besonders erfreulich: Die Einwanderer, die jahrelang die Geburtenziffern künstlich hochgehalten haben, verweigern sich nicht länger der Integration und leisten ihren (freilich noch steigerungsfähigen) Beitrag zum Deutschensterben“. Und weiter: „In der Mitte Europas entsteht bald ein Raum ohne Volk. Schade ist das nicht. Denn mit den Deutschen gehen nur Dinge verloren, die keiner vermissen wird“. Besonders erfreulich äußerte sich der Türke Yücel darüber, dass sich „die Ossis als Erste“ abschaffen. Seine Freude gipfelt in dem Satz: „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“ (2).

Man stelle sich vor, ein biodeutscher Autor hätte diesen Satz formuliert und statt des Wortes „Deutscher“ den Begriff „Türken“ verwendet. Ein Sturm der Entrüstung wäre über ihm hereingebrochen. Bundespräsident, Bundeskanzlerin, die Präsidenten aller Zentralräte, der türkische Botschafter und hunderte weitere Personen hätten sich empört zu Wort gemeldet, Demonstrationen und Lichterketten hätten sich bundesweit gebildet. Der türkische Präsident hätte – selbstverständlich erfolgreich – eine gesellschaftliche Ächtung und Bestrafung des Autors gefordert. Möglicherweise wäre der Autor Opfer eines Anschlags geworden, vor dem ihn wohl niemand geschützt hätte.

Ganz anders bei dem Türken Yücel. Kein Protest, kein Kommentar, nichts. Im Gegenteil: Wahl zum Präsidenten des PEN-Zentrums. Immerhin hat er mit seinen Prognosen wahrscheinlich Recht: Deutschland schafft sich ab. Der dadurch entstehende „Raum ohne Volk“ wird aber nicht unbesiedelt bleiben. Das Vakuum wird – wie der Türke zutreffend feststellt – mit Migranten und deren Nachkommen aufgefüllt. Irgendwann werden dann in Deutschland überwiegend Türken leben. Und vielleicht wird es dann in Deutschland genauso aussehen wie in der Türkei. Bundeskanzler wird dann vielleicht ein Türke wie Erdogan sein. Das Positive dabei: ein Kanzler Erdogan wird möglicherweise dafür sorgen, dass Yücel inhaftiert wird – so wie 2015 und 2017 in der Türkei.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) Marc Reichwein: Deniz Yücel zum deutschen PEN-Präsidenten gewählt. In: Welt. 26. Oktober 2021

(2) https://taz.de/Kolumne-Geburtenschwund/!5114887/

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