DEUTSCHPFLICHT ALLEIN IST KEINE LÖSUNG: Radikale Imame werden durch Erlernen einer Sprache sicher nicht Ihren Glauben ändern

Guten Morgen liebe Hessen,

Das Bundeskabinett beschloss vor einigen Tagen eine „Deutschpflicht für Religionsbedienstete“ in der Beschäftigungs- und Aufenthaltsverordnung. Der Beschluss zielt primär auf Imame, die in islamischen Gemeinden tätig sind und meist keine Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen. Diese sollen zukünftig „bereits bei der Einreise über deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Imame in Moscheegemeinden stammen ganz überwiegend aus dem Ausland. Imame der DITIB – des größten deutschen Moscheeverbandes – kommen fast alle aus der Türkei (1). Bislang sah die Beschäftigungsverordnung für Personen, die „vorwiegend aus karitativen oder religiösen Gründen“ einreisen, keine Bedingungen vor (2).

Begründet wird die Verordnung damit, dass Imame in ihren Gemeinden eine prägende Rolle einnehmen würden und kraft ihres Amtes eine Vorbild- und Beraterfunktion, „die für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen sowie für die erfolgreiche Integration neu Eingewanderter in Deutschland wichtig sei“. Sprechen müssen die Imame aber kein Deutsch – insbesondere können sie die Sprache für religiöse Handlungen frei wählen. Ziel der Verordnung ist es „den radikalen Islam in Deutschland zurückzudrängen“ (1).

Ob die Maßnahme dazu geeignet ist, erscheint mehr als fraglich. In den Moscheen dürfte ganz überwiegend der Inhalt des Korans gepredigt und gelehrt werden. Viele Imame werden sich auf das bloße Zitieren des Textes beschränken, der eine oder andere aber möglicherweise auch bestimmte Stellen als Befehle Allahs darstellen, die die Gläubigen auszuführen haben.
Derzeit zählen die Verfassungsschutzbehörden bundesweit mindestens 90 islamistische Moscheen, in denen versucht wird, Kontakt zu Migranten aufzunehmen. In den meisten dieser Moscheen wird arabisch gesprochen. Nahezu alle islamistischen Moscheen in Deutschland, in denen die arabische Sprache vorherrscht, sind salafistisch beeinflusst (3).

Dass Kenntnisse der deutschen Sprache eine Radikalisierung verhindern, kann wohl ausgeschlossen werden. Wer Salafist ist oder einer radikalen islamischen Glaubensrichtung angehört, wird durch das – möglicherweise zwangsweise – Erlernen der deutschen Sprache sicher nicht seinen Glauben ändern. Im Gegenteil: wenn er genötigt wird, zwangsweise eine ihm unbekannte und schwer zu erlernende Sprache zu lernen, wird er möglicherweise eine besondere Aversion gegen diejenigen entwickeln, die dies von ihm verlangen.

Und selbstverständlich wird er seine Predigten nach wie vor in seiner eigenen Sprache – meist arabisch – verkünden. Und am Inhalt der Predigt wird sich durch deutsche Sprachkenntnisse sicher auch nichts verändern. Und so ist die Verordnung der Bundesregierung eine weitere Scheinlösung für ein Problem, das sich ständig ausweitet: die zunehmende Radikalisierung verschiedener Gruppierungen und die Zunahme der Zahl ihrer Anhänger.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.faz.net//webreader-v3/index.html#/461111/1-
(2) https://www.sueddeutsche.de/politik/integration-deutsch-pflicht-fuer-imame-1.4671190
(3) https://www.verfassungsschutz.de/de/aktuelles/schlaglicht/schlaglicht-2016-09-radikalisierung-von-muslimischen-migranten

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