DFB-Vorsitzender mit großem Vorsprung gewählt: Unterlegene Kandidatin kritisiert Ergebnis, weil sie als Frau nicht gewählt wurde

Guten Morgen liebe Hessen,

„Rückschlag für die Frauen“ – so titelte kürzlich hochdramatisch die Frankfurter Rundschau. Was war passiert? Die Kandidatin Gaby Papenburg wurde nicht zur Vorsitzenden des Berliner Landesverbandes des Deutschen Fußballbundes gewählt. Sie unterlag dem bisherigen Amtsinhaber Bernd Schulz mit 33 zu 81 Stimmen (1). Auf den ersten Blick ein völlig normaler und demokratischer Vorgang: zwei Personen bewerben sich um eine Position und einer der beiden wird von den Wahlberechtigten gewählt. Das ist das Grundprinzip der Demokratie. Jeder, der glaubt, für eine Position geeignet zu sein, kann sich bewerben und jeder, der zur Wahl aufgerufen ist, darf wählen, wen er will. Er kann völlig frei entscheiden, wen er wählen will und muss dies auch niemandem gegenüber begründen oder sich rechtfertigen. In der Regel sind Personenwahlen geheim, so dass auch niemand wissen kann, wer wen gewählt hat.

Zur Demokratie gehört auch, dass jeder das Ergebnis der einmal getroffenen Wahl akzeptiert. Das gilt vor allem auch für denjenigen, der bei der Wahl unterlegen ist und seinem Mitbewerber den Vortritt lassen muss. Zum guten Stil des Verlierers gehört es auch, die Wahl nicht zu kritisieren und vor allem nicht nach der Wahl vorzutragen, dass er doch der bessere Kandidat gewesen wäre oder zu behaupten, die Wähler hätten nach sachfremden Kriterien entschieden.

Doch genau das erfolgte nach der DFB-Wahl. Da wurde eine „Kumpanei unter älteren Herren“ kritisiert, die die Wahl einer Frau verhindert haben. Die gescheiterte Kandidatin selbst behauptete, dass „ganz offensichtlich der Amateurfußball noch nicht bereit“ für eine Frau in der Spitzenposition eines Landesverbandes sei und eine „riesige Chance zur Veränderung“ verpasst worden sei. Einer der Unterstützer der Kandidatin möchte die Wahl zum neuen DFB-Präsidenten als Urwahl durchführen lassen, obwohl das nach den Statuten nicht zulässig ist. Er verglich die Wahlkongresse des DFB mit dem Konklave zur Wahl eines Papstes. Er wünscht „neue Gesichter und mutige Köpfe, die Aufbruch verkörpern“, wobei „Expertise und Vielfalt im Vordergrund stehen“ sollen (1).

Tatsächlich ist auch beim DFB inzwischen Expertise und Qualifikation unerheblich, wenn die Vielfalt-Quote erfüllt ist. Ein Phänomen, das immer mehr um sich greift: Positionen werden nicht mehr nach Eignung, Leistung und Befähigung vergeben, sondern ausschließlich nach Quote: Frauen, Transpersonen, LGTBQ-Angehörige, Migranten, Muslime, Übergewichtige und Kleinwüchsige. Damit wird freies Unternehmertum ebenso abgeschafft wie die Grundsätze einer demokratischen Wahl.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/470503/18-19

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