Die Deutsche Bahn setzt ihre Prioritäten: Quote & „Female ICE“ statt Pünktlichkeit & Service

Guten
Morgen liebe Hessen,

Früher
war das Ziel eines Wirtschaftsunternehmens, ein möglichst gutes Produkt
herzustellen oder eine einwandfreie Dienstleistung zu erbringen. Das ist heute
nicht mehr so. Produkt und Dienstleistung haben für viele Unternehmen nur noch
eine untergeordnete Bedeutung. Viel wichtiger ist heute Diversität und
Vielfalt, Antidiskriminierung und vor allem die Frauenquote – ausgenommen
Müllabfuhr, Straßenreinigung und Bergwerk. Auch für die Deutsche Bahn AG ist
die Beteiligung von Frauen ein eminent wichtiges Anliegen. Und so meldete das
Unternehmen kürzlich: „Frauen am Zug! Erster „Female ICE“ fährt durch
Deutschland“. Zum ersten Mal fuhr ein ICE mit ausschließlich weiblichem
Personal – von der Lokführerin bis zur Zugchefin und dem Service-Personal. Aber
nicht nur das: auch entlang der Strecke, die der ICE befuhr – München-Berlin –
waren überall verstärkt Mitarbeiterinnen im Einsatz, z.B. an den Bahnhöfen und
in den Stellwerken (1).

Bereits
bei der Abfahrt in München waren die bayerische Staatsministerin für Familie,
Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf anwesend und die „Bahn-Vorständin“ Ulrike
Haber-Schilling. Am Zielort Berlin wurde der Zug von der Regierenden
Bürgermeisterin Franziska Giffey in Empfang genommen: „Unsere Arbeitswelt
sollte alle Menschen ermutigen, den Beruf zu ergreifen, den sie möchten.
Rollenvorstellungen und Geschlechterklischees sind dafür leider noch oft eine
große Hürde. Der ,Female ICE‘ mit ausschließlich weiblichem Personal ist eine
tolle, überregionale Aktion der Deutschen Bahn. Sie zeigt beispielhaft, dass
Frauen jeden Beruf ausüben können“. Auch der DB-Personalvorstand Martin Seiler
war anwesend und hielt eine kurze Rede: „Wir brauchen deutlich mehr Frauen in
Technikberufen und Führungspositionen. Der ,Female ICE‘ ist ein großartiges
Projekt, mit dem wir erneut auf die DB als attraktive Arbeitgeberin aufmerksam
machen“ (1).

Was
der Bahn-Vorstand nicht erwähnte – was aber viele Bahnkunden interessieren
dürfte: Was hat der Kunde für einen Vorteil von einem möglichst hohen Frauenanteil
oder von einem „Female ICE“ mit einem Frauenanteil von 100 Prozent? Hätte er
sich diese Frage gestellt oder sogar beantwortet, wäre er möglicherweise zu dem
Ergebnis gekommen, dass es dem Bahnkunden völlig egal ist, wie hoch der
Frauenanteil bei den Zugmitarbeitern oder den Mitarbeitern an der Strecke ist –
null oder 100 Prozent. Denn der Bahnpassagier hat eigentlich nur ein Ziel: er
möchte sicher und pünktlich von A nach B kommen. Er möchte, dass der Zug, der
um 12.35 h auf Gleis 6 abfahren soll, auch tatsächlich um 12.35 h auf Gleis 6
abfährt – und nicht um 13.11 h oder um 13.24 h auf Gleis 2 oder 17. Oder dass
er überhaupt nicht fährt. Und er möchte, dass die angegebene Wagenreihung
stimmt und er nicht innerhalb von einer Minute von A nach F laufen muss,
insbesondere wenn er gehbehindert ist. Und der Passagier möchte, dass der von
ihm reservierte Platz auch tatsächlich existiert und dass die Toilette
funktioniert. Und er möchte vielleicht auch, dass das Bordbistro geöffnet ist
und die angegebenen Speisen und Getränke auch wirklich im Angebot sind. Und
natürlich möchte er pünktlich und störungsfrei am Zielort ankommen. Und dabei
ist es ihm völlig egal, ob es Männer, Frauen oder Diverse sind, die dafür
sorgen, dass das alles funktioniert.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

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