Die meisten Migranten scheitern an Integrationskursen. „Lösung“: Absenkung der Anforderungen

Guten Morgen liebe Hessen,

Fast alle Politiker fordern, dass Migranten integriert werden – auch diejenigen, die eigentlich keine Bleibeperspektive haben. Und da von Migranten eine Eigeninitiative zur Integration – wie etwa in anderen Ländern – in Deutschland nicht erwartet wird, gibt es Integrationskurse. Hierzu verkündet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): „Wenn Sie in Deutschland leben möchten, sollten Sie Deutsch lernen. Das ist wichtig, wenn Sie Arbeit suchen, Anträge ausfüllen müssen, Ihre Kinder in der Schule unterstützen oder neue Menschen kennen lernen möchten. Außerdem sollten Sie einige Dinge über Deutschland wissen, zum Beispiel über die Geschichte, die Kultur und die Rechtsordnung“ (1).

Schon die Formulierung ist aufschlussreich: nicht „muss“, sondern „sollte“. Bedeutet: es ist wünschenswert, die Sprache zu lernen, aber nicht notwendig. Wer nicht will, lässt es eben. Man kommt in Deutschland auch mit der Heimatsprache gut zurecht. Und arbeiten muss auch niemand, wenn er nicht will. Auf Ämtern gibt es alle Formulare in den gängigen Sprachen und es gibt meist auch Mitarbeiter, die mehrsprachig sind. Insofern benötigt man eigentlich keinen Integrationskurs. Wer ihn aber dennoch besucht, scheitert meist.

Das jedenfalls hat der Chef des Leibniz-Instituts für deutsche Sprache (IDS) festgestellt: „Nur ein Bruchteil der Absolventen schließt die Kurse ab“. Als Ursache nennt er die zu hohen Anforderungen. Eigentlich sollen die Kurse die Teilnehmer befähigen, in der Arbeitswelt zurechtzukommen. Dafür sollen Sprachkenntnisse auf dem Level B 1 vermittelt werden. Dieses – eher bescheidene – Niveau wird nur von etwa 5 % der Teilnehmer erreicht, ein Drittel schafft A 2 und die restlichen zwei Drittel A 1 oder darunter. Und das sind nur diejenigen, die bis zum Ende durchhalten. Über die Hälfte der Teilnehmer scheidet vorzeitig aus – vorwiegend bildungsferne Teilnehmer mit einfacher Berufserfahrung. Das schlechte Abschneiden ist auch auf einen stark gestiegenen Anteil an Analphabeten unter den Teilnehmern zurückzuführen (2). Der Leiter des Mannheimer Goethe-Instituts fordert insoweit „ein neues, realistischeres Konzept, das Absolventen und Lehrern die Frusterfahrung des Scheiterns erspart“ (3).

Damit wird das eigentliche Ziel – nämlich die Integration mit ausreichenden Sprachkenntnissen – zugunsten einer Vermeidung von Frusterfahrung bei Lehrern und Schülern verlassen. Das entspricht dem Bildungsideal der SPD. In ihrem Wahlprogramm für Hessen forderte sie, „in der Schule auf Zwangsabstiege und Sitzenbleiben ganz zu verzichten“. Denn: „das frustriert die Kinder“. Erklärtes Ziel der SPD daher: „keine Schülerin und kein Schüler ohne Schulabschluss“. Jeder soll also ein Abschlusszertifikat erhalten – egal ob er die Leistung erbringt, die dazu erforderlich ist oder nicht.

Damit wird jedoch das Leistungsprinzip aufgegeben: wer einen bestimmten Schul- oder Berufsabschluss erwerben möchte, muss hierfür eine vorher festgelegte Leistung erbringen. Wer dieses Prinzip aufgibt, d.h. wer Leistungsstandards absenkt, damit ungeeignete Kandidaten Prüfungen bestehen, gefährdet unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bamf.de/DE/Themen/Integration/ZugewanderteTeilnehmende/Integrationskurse/integrationskurse-node.html
(2) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/462047/2-3
(3) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/462044/4-5

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