DIE NEUE NORMALITÄT? Argentinien führt Transquote ein

Guten Morgen liebe Hessen,

Argentiniens Wirtschaft steht sein langem ausgesprochen schlecht da. Die Regierung hätte eigentlich viel zu tun, das zu ändern. Macht sie vielleicht auch. Aber sie beschäftigt sich natürlich auch mit wirklich wichtigen Dingen, z.B. dem Wohlergehen gesellschaftlicher Minderheiten. Konkret: Trans-Personen, d.h. Transvestiten, Transsexuellen und Transgendern. Die werden diskriminiert und daher hat die Regierung beschlossen, zukünftig mindestens ein Prozent der Stellen im öffentlichen Dienst mit dieser Personengruppe zu besetzen – „ein historisches Ereignis“, wie die zuständige Unterstaatssekretärin (früher: Mann) im Ministerium für Frauen, Geschlecht und Vielfalt, Alba Rueda, betonte. Denn: „Jeder Transvestit, Transsexuelle und Transgender hat das Recht auf eine angemessene Arbeitsstelle mit gleichen und zufriedenstellenden Arbeitsbedingungen sowie das Recht, vor Arbeitslosigkeit und Diskriminierung aufgrund seiner sexuellen Identität oder seinem Erscheinungsbild, geschützt zu werden“ (1).

Die Ministerin führte dazu aus, dass es in der Gesellschaft „eine systematische Ungleichheit gibt, die besonders Transvestiten, Transsexuelle und transgender Menschen betrifft, die bereits von frühester Kindheit an Diskriminierung erfahren müssen“ und der Staat daher verpflichtet sei, Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit diese Gruppe gleiche Chancen hat. Immerhin gilt Argentinien als eines der fortschrittlichsten Länder bei LGBTI-Rechten. Die Ehe für alle gibt es dort bereits seit 10 Jahren. Wenig später wurde ein Transsexuellengesetz beschlossen, das die Änderung des Geschlechtseintrags ohne psychiatrische und medizinische Untersuchungen ermöglichte (2).

Die neuen Bestimmungen sollen für alle Transvestiten, Transsexuellen und Transgender-Personen – unabhängig davon, ob eine Geschlechter- und Namensänderung im amtlichen Register eingetragen wurde (3). Es ist also ausreichend, sich selbst als Angehöriger der Minderheit zu bezeichnen, um in den Genuss der Vergünstigung zu kommen. Bleibt abzuwarten, wie viele davon Gebrauch machen. Denn jeder, der sich bislang erfolglos um eine Stelle im öffentlichen Dienst beworben hat, kann es nun nochmals als angebliche Transperson versuchen und hat dann möglicherweise bessere Chancen. Oder er/sie versucht es gleich als Transperson. Das könnte zur Folge haben, dass sich dann bald dreißig oder mehr Prozent der Bewerber als Transpersonen outen, was wahrscheinlich zur Folge hat, dass die Quote von einem auf dreißig Prozent heraufgesetzt wird. Im Endergebnis könnte das dann dazu führen, dass die Qualifikation bei der Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
Irgendwann sind dann vielleicht alle Stellen mit vorgeblichen Trans-Personen besetzt, die vor der Gesetzesänderung wegen fehlender Qualifikation nicht eingestellt wurden.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2020/argentinien-fuehrt-transquote-im-staatsdienst-ein/
(2) https://www.queer.de/detail.php?article_id=37017
(3) https://taz.de/Transgender-in-Argentinien/!5712677/

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