Die „Neuen deutschen Medienmacher:innen“: Auch das Wetter soll bunter und diverser werden

Guten Morgen liebe Hessen,

Das Wetter ist gekennzeichnet durch Hoch- und Tiefdruckgebiete, die in ihrem jeweiligen Einflussbereich das Wetter bestimmen. Um vor allem bei großflächiger Betrachtung die einzelnen Hoch- und Tiefdruckgebiete unterscheiden zu können, wurden diese mit Namen bezeichnet. Dabei legte der US-Wetterdienst während des Zweiten Weltkriegs fest, für Taifune im Pazifik weibliche Vornamen in alphabetischer Reihenfolge zu verwenden. Anfang der fünfziger Jahre wurde dieses System auch für Hurrikane im Atlantik angewandt. In Deutschland werden für Hoch- und Tiefdruckgebiete seit 1954 Namen durch das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin vergeben, wobei zunächst für Hochdruckgebiete männliche und für Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen in alphabetischer Reihenfolge vergeben wurde. Das wurde nach Jahrzehnten von Frauenrechtsorganisationen beanstandet, da Tiefdruckgebiete in der Regel schlechtes Wetter bedeuten. Das Komitee der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) empfahl daher, männliche und weibliche Namen in alphabetischer Reihenfolge mit jedem Jahr für Hoch- und Tiefdruckgebiete abzuwechseln, um eine Frauendiskriminierung zu vermeiden. Dies wird seit 1998 auch von der TU Berlin umgesetzt. Seit einiger Zeit bietet die TU auch „Wetterpatenschaften“ an, d.h. jeder kann – gegen eine Gebühr – ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet mit einem Namen bezeichnen, der dann auch auf allen Wetterkarten verwendet wird (1).

Bislang trugen die Hoch- und Tiefdruckgebiete meist deutsche Namen, wie Bernd, Günter, Jürgen, Max, Rolf, Winfried oder Gerlinde, Heike, Petra, Sabine, Wiltrud. Das ist jetzt vorbei. Die überwiegend deutschen Namen störten die „Neuen deutschen Medienmacher:innen (NdM)“, einen bundesweiten Zusammenschluss von Journalisten, die sich für mehr Vielfalt in den Medien einsetzen. Die Neuen deutschen Medienmacher forderten u.a. eine Migrantenquote für Journalisten. Die Medien sollen sich verpflichten, bis 2030 mindestens 30 Prozent Journalisten mit Einwanderungshintergrund zu beschäftigen. Darüber hinaus sollen „in jeder Sendung und zu jedem Thema nicht-weiße Menschen gezeigt werden“. Die NdM hatte in der Vergangenheit den Journalisten auch deutliche Empfehlungen erteilt, wie sie über bestimmte Themen zu berichten hätten und welche Begriffe dabei verwendet werden sollten: so sollte man statt „Flüchtlingswelle“ von „Zuzug“ reden, statt „Asylant“ besser „Schutzsuchender“ schreiben und für Menschen aus Einwandererfamilien wurde der Begriff „Diverskulturelle“ empfohlen (2).

Nun hat die NdM die Namensrechte einiger Hoch- und Tiefdruckgebiete erworben. Dazu die NdM-Vorsitzende Ferda Ataman: „Das Wetter diverser zu machen ist nur ein symbolischer Schritt. Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall“. Und so gibt es gleich zu Jahresbeginn ein Tief Ahmed – im Jahresverlauf folgen dann noch Cemal, Erhan, Hakim, und Jussuf (3). Ob das bei den Namensträgern gut ankommt, bleibt abzuwarten. Spätestens wenn das Tief „Mohammed“ großflächige Verwüstungen oder Überschwemmungen anrichtet, wird auch weltweit ein Sturm der Entrüstung losbrechen und die Beleidigung des Propheten im Land des antimuslimischen Rassismus beklagen. Und auf diesen Sturm sollte das Meteorologische Institut der FU und der Deutsche Wetterdienst gut vorbereitet sein.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/
(2) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/tief-ahmet-wetterberichtigung1/
(3) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/467321/32-33

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