Diskriminierung und „struktureller Rassismus“: Interessenverbände fordern mehr People of Color in Politik und Führungsgremien

Guten Morgen liebe Hessen,

Selbsternannte Antirassisten und Interessenverbände – wie etwa die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. (ISD) – beklagen ständig den angeblichen Rassismus in unserer Gesellschaft, der zu einer Benachteiligung von Menschen mit dunkler Hautfarbe führt (derzeit korrekte Bezeichnung: people of colour – POC). Und sie fordern Quoten für POC in Politik und Wirtschaft, da diese in vielen Bereichen unterrepräsentiert sind. Dazu gehört z.B. der Bereich Theater: „Noch immer sind POC – People of Color – auf und hinter der Bühne deutlich unterrepräsentiert. Wir fragen uns, nicht nur am heutigen Diversity Day: Müssen deutsche Theater diverser werden?“ (1). Oder die Führungsgremien von Sportverbänden: „In den Führungsgremien der #Bundesliga sind People of Color massiv unterrepräsentiert. Das zeigt eine @DLF-Auswertung. Von 273 Personen sind nur drei nicht-weiß. Das entspricht einem Anteil von einem Prozent“ (2).

Und diese Unterrepräsentanz wird immer auf eine Diskriminierung und „strukturellen Rassismus“ zurückgeführt. Was dabei immer – wohl absichtlich – übersehen wird: Stellen werden sowohl in der Wirtschat wie auch im öffentlichen Dienst in aller Regel nach Eignung, Leistung und Befähigung besetzt. Das sind Kriterien, die meist nachvollziehbar und halbwegs objektivierbar sind. Wenn jemand die formale Qualifikation nicht besitzt oder völlig ungeeignet ist, wird er eine Stelle nicht erhalten. In der Politik sind die Regeln anders. Hier gilt nicht die Qualifikation, sondern das Wahlergebnis. Wer mit Mehrheit für ein politisches Mandat gewählt ist, erhält dieses – auch wenn er objektiv ungeeignet ist (Beispiele hierfür gibt es genug). Das ist jedoch das Grundprinzip der Demokratie: jeder kann sich für ein politisches Amt bewerben und jeder Wahlberechtigte kann unter den Bewerbern frei wählen. Und bei dieser Wahl gilt auch nicht das Antidiskriminierungsgesetz. Jeder kann wählen, wen er will und er kann hierbei beliebige Kriterien ansetzen. Wer z.B. einen POC-Kandidaten nicht wählen will, weil er eine dunkle Hautfarbe hat, kann das tun. Und er könnte es sogar öffentlich verkünden.

Und dass POC in Deutschland nicht diskriminiert werden, wird besonders dort deutlich, wo sie überrepräsentiert sind: im Profi-Fußball. Dort finden sich weit überdurchschnittlich häufig dunkelhäutige Spieler in den Vereinen. Und die werden genauso großzügig entlohnt wie die weißen Spieler. Der Grund ist ganz offensichtlich: weil im Fußball die Gesetze des Marktes gelten und funktionieren. Jeder Verein versucht, die besten Spieler einzukaufen und zu halten und versucht, die schlechten loszuwerden. Und so finden sich in vielen Vereinen zahlreiche dunkelhäutige Spieler, weil die offensichtlich besser sind als hellhäutige.

Und warum sollten die Gesetze des Marktes nur beim Fußball funktionieren – und nicht etwa auch in anderen Bereichen der Wirtschaft. Warum sollte ein Unternehmen einen Bewerber mit dunkler Hautfarbe wegen dieser Hautfarbe ablehnen, wenn er qualifizierter ist als hellhäutige Bewerber und damit für das Unternehmen mehr Profit verspricht als diese. Eher wäre das Gegenteil zu erwarten. Viele Unternehmen würden sich überlegen, bei zwei gleich qualifizierten Bewerbern einen dunkelhäutigen dem hellhäutigen vorzuziehen, um in der Öffentlichkeit den Eindruck besonderer Diversität, Weltoffenheit und Antirassismus zu vermitteln.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.facebook.com/wdr3/posts/1356192664588326

(2) Deutschlandfunk Sport@DLF_Sport 13. Juni

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