DISKUSSION UM BEITRAG: KEINE LUST AUF ARBEIT – Fake News Alarm! Was ich gesagt habe – und was nicht

Liebe Leser,

am Dienstag veröffentlichte die Website Tag24 „Nach Hartz-IV-Urteil: Dieser AfD-Politiker vergleicht Arbeitslose mit Parasiten“[1]. Gemeint war ich mit Bezug auf meinen Beitrag in „Guten Morgen, Hessen!“ vom gleichen Tag [2]. Auch zahlreiche Kommentare und Nachrichten erreichten mich an diesem Tag. Offensichtlich störten sich die meisten an dem Terminus „parasitär“. Sicher eine grenzwertige – und möglicherweise auch missverständliche – Formulierung, aber durchaus nicht unüblich. Gemeint ist damit: auf Kosten anderer lebend, obwohl dies nicht erforderlich wäre. Also wenn z.B. jemand von Transferleistungen lebt, obwohl er in der Lage wäre, zu arbeiten und für seinen Unterhalt selbst aufzukommen.

Nicht gemeint waren selbstverständlich alle diejenigen, die Sozialleistungen beziehen, weil sie arbeitslos (besser: arbeitssuchend) sind oder aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage sind, für ihren Unterhalt zu sorgen. Und genau darin besteht das Prinzip des Sozialstaats: wer nicht für seinen Lebensunterhalt aufkommen kann, wird von denen mitversorgt, die dazu in der Lage sind. Das setzt aber voraus, dass zwischen Leistungsempfängern und Zahlern ein ausgewogenes Verhältnis besteht.
Und deshalb schrieb ich „…tatsächlich muss für alles, was ein Transferempfänger erhält, irgendjemand arbeiten. Und so ist es äußerst unsozial und parasitär, wenn jemand, der eigentlich arbeiten könnte, Transferleistungen bezieht, weil es bequemer ist“ [2]. Wenn also jemand arbeiten kann, aber nicht will und über die Transferleistungen des Sozialstaats auf Kosten derer lebt, die arbeiten gehen, so ist das in hohem Maß unsozial und kann insoweit als parasitär bezeichnet werden.

Mit Parasiten bzw. Schädlingen im biologischen Sinn hat das selbstverständlich nichts zu tun. Intention des Autors von Tag24 war es wohl, beim Leser die Gedankenkette „Parasiten – Schädlinge – Schädlingsbekämpfung“ in Gang zu setzen. Bei einigen Lesern scheint ihm das gelungen zu sein. Und das ist dann wohl auch das vordringliche Ziel dieses „Journalisten“: durch gezielte Fehlinterpretation von Texten Empörung und ein entsprechendes Echo bei der Leserschaft hervorzurufen. Immerhin sichert ihm das seinen Arbeitsplatz und bewahrt ihn vor Hartz IV.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

[1] https://www.tag24.de/nachrichten/hartz-iv-urteil-sanktionen-afd-arbeitslose-parasiten-rainer-rahn-hessen-facebook-1282877
[2] https://www.facebook.com/afdrainerrahn/photos/a.993902237478730/1219709224898029/

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