Doppelmoral der Gratis-Mutigen: Laut „gegen Rechts“, still bei importiertem Schwulenhass

Guten Morgen liebe Hessen,

Fußball-Länderspiele Deutschland gegen Ungarn waren meist spannungsgeladen und voller Überraschungen. Legendär ist das Vorrundenspiel in der WM 1954, in dem Deutschland Ungarn mit 8:3 unterlag – noch legendärer das Endspiel derselben WM, als Ungarn nach 8 Minuten Spielzeit 2:0 führte und dann aber doch 2:3 verlor. Das ist fast 70 Jahre her und damals ging es tatsächlich nur um den Sport. Niemand wäre seinerzeit auf die Idee gekommen, gegen die kommunistischen Machthaber Ungarns oder gegen den ehemaligen NS-Reichstrainer Sepp Herberger ein „Zeichen zu setzen“. Heute ist das anders. Beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn stand nicht der Sport im Mittelpunkt des Interesses, sondern eine umstrittene Entscheidung des ungarischen Parlaments.

Dieses hatte kürzlich ein Gesetz verabschiedet, mit dem „das klassische Familienbild festgeschrieben wurde: Mutter, Vater, Kind“. Das ist zwar so von der Natur vorgesehen, aber eben hoffnungslos reaktionär und rückständig. Und es diskriminiert Homosexuelle, denen es verwehrt wird, Kinder zu adoptieren (1). Dieses Gesetz kann man kritisieren oder ablehnen, aber es ist die demokratische Entscheidung eines gewählten Parlaments. Die Entscheidung sorgte vor allem in Deutschland für Empörung. Und so kam es, dass sich im Vorfeld des Spiels Deutschland gegen Ungarn niemand für die Mannschaftsaufstellung oder die jeweilige Spieltaktik interessierte, sondern der Fokus auf das angeblich homofeindliche Gesetz gerichtet war. Viele forderten, ein Zeichen gegen Homophobie und für Toleranz zu setzen. Der bayerische Ministerpräsident und der Münchner Oberbürgermeister hatten dazu die zündende Idee: die Münchner Allianz-Arena, Austragungsort des Spiels, sollte in Regenbogenfarben angestrahlt werden. Dies wurde jedoch von der UEFA als Veranstalter abgelehnt. Begründung: die UEFA sei „aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen“. Diese Entscheidung führte zu Verärgerung bei zahlreichen Politikern und Fußball-Funktionären, jedoch auch zu solidarischen Reaktionen. So erklärte der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt: „Dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen“ und kündigte an, das Frankfurter Stadion in Regenbogenfarben zu illuminieren. Ähnliches war für das Kölner Bundesliga-Stadion geplant. Auch andere wollten „ein Zeichen gegen Homophobie“ setzen und „Farbe bekennen“ (2).

Diese Zeichen gegen Homophobie werden aber nur dann gesetzt, wenn es gegen konservative Politiker – wie etwa den ungarischen Regierungschef Viktor Orban – geht. Schwulenfeindlichen Aktionen aus dem islamischen Kulturkreis bleiben dagegen weitgehend unbeanstandet und lösen keine Empörungswelle oder die Regenbogen-Illumination ganzer Fußballstadien aus. Und das gilt auch dann, wenn die Aktion für einen homosexuellen Touristen tödlich endet, wie etwa die Messerattacke eines islamischen „Schutzsuchenden“ in Dresden. Der hatte im Oktober 2020 ein schwules Paar attackiert, weil der Koran vorschreibt, dass Homosexuelle als Feinde Gottes „entweder geschlagen oder getötet werden“ müssten (3). Dabei berichtete er später, dass er nach seiner Tat unzufrieden gewesen sei, weil er nur einen der beiden Männer getötet habe (4). Wie beim Antisemitismus wird auch bei der Homophobie klar differenziert zwischen „rechts“ und importiert bzw. islamisch. Die eine Form löst massive Proteste aus, die andere nicht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ungarn-homosexualitaet-101.html

(2) https://www.tagesschau.de/sport/uefa-zu-regenbogenfarben-101.html

(3) https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/prozess-auftakt-islamist-messerangriff-homophobes-motiv100.html

(4) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/466995/2

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