Ehe für Alle & Alles: Demnächst auch Vielehe und Tierehe möglich?

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat die kirchliche Trauung für homosexuelle Partnerschaften eingeführt. Bereits seit 2014 gab es die Möglichkeit einer Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften, jedoch keine kirchliche Trauung.

Nachdem der Bundestag 2017 die „Ehe für alle“ beschlossen hatte, war man in der Kirche offensichtlich der Auffassung, nachziehen zu müssen. Dabei war bereits die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe rechtlich äußerst fragwürdig und kaum Grundgesetz-konform – jedenfalls nicht, wenn man die Entstehungsgeschichte des Gesetzes betrachtet. Die Befürworter der „Homo-Ehe“ argumentierten seinerzeit, dass der Begriff „Ehe“ im Grundgesetz nicht näher definiert sei und man daher darunter auch eine gleichgeschlechtliche Beziehung verstehen könne. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass einer der Väter (oder Mütter) des Grundgesetzes auch nur entfernt daran dachte, dass man unter Ehe etwas anderes verstehen kann als eine Beziehung zweier Menschen verschiedenen Geschlechts – so wie seit tausenden von Jahren. Insoweit dachte selbstverständlich niemand daran, den Begriff näher zu erläutern – genauso wenig wie die Begriffe „Mensch“, „Mann“ oder „Frau“.

Nachdem der Gesetzgeber aber nunmehr den – bislang klar definierten – Begriff der Ehe zur freien Disposition stellte, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand feststellt, dass nirgendwo steht, dass eine Ehe aus zwei Menschen bestehen müsse. Vielmehr sei die Anzahl der an einer Ehe beteiligten Personen im Grundgesetz nicht festgelegt und daher frei wählbar. Damit wäre der Weg offen für die islamische Vielehe – bestehend aus einem (älteren) Mann und bis zu vier (jüngeren) Frauen – aber auch für jede Kombination aus einer beliebigen Anzahl von Personen beliebigen Geschlechts. Eine Ehe könnte dann auch aus drei Männern und acht Frauen oder 17 Frauen und 365 Männern bestehen. Und für alle diese Personen müssten dann auch die Privilegien der Ehe gelten – angefangen vom Ehegattensplitting über das Aussageverweigerungsrecht bis zum Erbrecht und zum Versorgungsaugleich.

Der nächste – und logische – Schritt wäre dann die Frage, warum nur natürliche Personen Ehepartner sein können. Warum keine Tiere oder Gegenstände. Dann würde der Begriff „Ehe für alle“ (und alles) tatsächlich stimmen.

Aber es gibt eine Partei, der immer vorgeworfen wird, rückwärtsgewandt zu sein und sich die fünfziger und sechziger Jahre zurückzuwünschen. In den fünfziger und sechziger Jahren war tatsächlich vieles schlechter als heute – aber eben nicht alles. Und vor allem nicht die Definition des Begriffs „Ehe“. Gut, dass Konrad Adenauer und Martin Niemöller die Entwicklung nicht mehr miterleben mussten, die ihre Nachfolger in Gang gesetzt haben.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

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