„Ein Mann“ wird eingeäschert – Diplomaten sehen sehen „eklatanten Regelverstoß“

Guten Morgen liebe Hessen,

Skandal in Frankfurter Krankenhaus: Muslimischer Patient versehentlich eingeäschert. Wie konnte das passieren? Der 45 Jahre alte Patient wurde kurz vor Weihnachten durch den Rettungsdienst in das Katharinen-Krankenhaus eingeliefert. Er hatte keine Papiere bei sich und verweigerte auch ausdrücklich Auskünfte zu Nationalität, Konfession oder seinen Angehörigen. Er untersagte dem Personal auch ausdrücklich, seine Eltern über seinen Krankenhausaufenthalt zu informieren. Der Mann, der an einer lebensgefährlichen Erkrankung litt, hatte seine Einwilligung zu einer dringend erforderlichen Notfall-OP gegen ärztlichen Rat verweigert und war aus dem Krankenhaus entlassen worden. Unmittelbar vor der Klinik sei er dann zusammengebrochen, sofort wieder stationär aufgenommen worden und am darauffolgenden Tag verstorben. Die Klinik ist in einem solchen Fall, bei dem keine Angehörigen bekannt sind, für die Bestattung zuständig und lässt in der Regel eine Feuerbestattung durchführen, da deren Kosten durch die Kommune erstattet wird (1).

Feuerbestattungen widersprechen jedoch den Bestattungsvorschriften des Islam. Dem Krankenhaus waren jedoch weder die Nationalität noch die Religionszugehörigkeit des Patienten bekannt. Versuche, über die zuletzt bekannte Adresse des Mannes und über das Ordnungsamt Angehörige ausfindig zu machen, waren gescheitert. Später stellte sich heraus, dass der Mann Marokkaner war und dem Islam angehörte (1). Im marokkanischen Generalkonsulat hatte man dafür kein Verständnis. Die Diplomaten sehen einen „eklatanten Regelverstoß“, da im Islam Gläubige nur beerdigt, nicht aber verbrannt werden dürfen. Auch der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag meldete sich zu Wort und forderte, den Fall lückenlos aufzuklären: „Es ist nicht akzeptabel, ohne Nachfrage, Nachforschung und Erlaubnis der Familienangehörigen die Einäscherung eines Toten anzuordnen“ (2).

Tatsächlich hatte das Krankenhaus im vorliegenden Fall nachgefragt und hinreichend nachgeforscht. Der Patient selbst hatte durch seine Weigerung, Angehörige anzugeben, diese Nachforschungen erschwert bzw. unmöglich gemacht. Und wer sich als Muslim in Deutschland aufhält, muss akzeptieren, dass im Falle fehlender Angaben über Angehörige im Todesfall die Verantwortlichen die Bestattungsart in eigener Verantwortung und auch unter dem Aspekt der Kosten festsetzen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/472565/10-11

(2) https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/frankfurt-krankenhaus-aeschert-muslim-versehentlich-ein-78900634.bild.html

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