Es ging um ein Mädchen: „Deutsch-Türke“ (14) ermordet Gleichaltrigen

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich titelte der FOCUS: „Aufs Feld gelockt und erstochen“. Unterzeile: „14-Jähriger muss für Mord an 13-Jährigem 9 Jahre in Knast“. Im Februar vergangenen Jahres lockte ein 14-Jähriger einen 13-Jährigen in ein Waldstück, wo er ihn mit mehreren Messerstichen tötete (1). Als Tatmotiv vermutet die Staatsanwaltschaft Eifersucht, da sich am Tatort auch ein 12-jähriges Mädchen aufhielt. Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Täter wegen Mordes zur Maximalstrafe für Jugendliche von 10 Jahren zu verurteilen, die Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg verhängte 9 Jahre, da der Täter nach anfänglichem Leugnen geständig war (1). Der Verurteilte ist kein unbeschriebenes Blatt. Im November 2020 hatte er an der Realschule in Östringen im Landkreis Karlsruhe einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt. Der Täter war damals 13 Jahre alt und daher strafunmündig. Das zuständige Jugendamt brachte den Täter für drei Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie unter, wo er ein Programm gegen Gewalt als Mittel der Konfliktlösung absolvierte (2).

Viel gebracht hat dieses Programm offensichtlich nicht. Wenige Wochen später verübte der gerade 14-jährige Täter einen Mord. Über den Hintergrund des Täters liest man in den diversen Berichten wenig. Immerhin kann man in einer Zeitung den aufschlussreichen Satz lesen: „Der Getötete und der Verurteilte haben beide die doppelte deutsch-türkische Nationalität“ (2). Offensichtlich handelt es sich bei Täter und Opfer um türkischstämmige Jugendliche mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Was man in den meisten Berichten vermisst, ist die Frage, warum Jugendliche im gerade strafmündigen Alter schwerwiegende Verbrechen – wie vorliegend einen Mord – begehen. Dass Jugendliche häufiger kriminell werden, ist nichts Neues. Meist handelt es sich dabei um Bagatell- und Kleinkriminalität – wie etwa Ladendiebstahl oder Sachbeschädigung. Schwere und schwerste Verbrechen waren zumindest bislang äußerst selten, werden jedoch seit einigen Jahren vermehrt beobachtet. Insbesondere stellt sich die Frage, wer den Jugendlichen beibringt, Konflikte gewaltsam – und im Extremfall mit Tötung des Kontrahenten – zu lösen. In der Grund- oder Realschule lernen das die Kinder sicher nicht. Im Gegenteil: die grünen Pädagogen vermitteln den Schülern heute die Bedeutung der Diversität und Buntheit und die gendergerechte Sprache in allen Ausprägungen. Bliebe der außerschulische Bereich. Sicher ein interessantes Feld für Forscher verschiedener Fachrichtungen. Aber wahrscheinlich wird sich kein Wissenschaftler auf dieses Terrain begeben, denn die Ergebnisse könnten zahlreichen Politikern nicht gefallen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/aufs-feld-gelockt-und-erstochen-gelockt-und-erstochen-14-jaehriger-muss-fuer-mord-an-13-jaehrigem-9-jahre-in-knast_id_24506658.html

(2) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/472019/36-37

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