Expertin meint, Transsexualität sei normal – warum zahlen Krankenkassen dann die Behandlungskosten?

Guten
Morgen liebe Hessen,

Die
FAZ befragte kürzlich die Leiterin der „interdisziplinären Spezialsprechstunde
für Fragen der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter“ zum neuen
„Selbstbestimmungsgesetz“. Diese führte aus, dass es sich bei der Geschlechtsidentität
um eine „subjektive Einschätzung“ des Betroffenen handle, die für die
Geschlechtszuordnung „maßgeblich“ sei. Transsexualität werde heute nicht mehr
als Krankheit gesehen (1).

Diese
Darstellung erscheint mehr als fragwürdig. Denn völlig unstrittig gibt es zwei
(und genau zwei) biologische Geschlechter, die die Fortpflanzungsfunktion eines
Individuums bestimmen. Das Geschlecht wird – jedenfalls bei den meisten
Säugetieren – genetisch durch das XY-Geschlechtsbestimmungssystem bestimmt, wobei
männliche Säugetiere ein X- und ein Y-Chromosom (XY) tragen, weibliche
Säugetiere dagegen zwei X-Chromosomen (XX). Diese Geschlechtschromosomen
bestimmen das genetische Geschlecht eines Individuums und bewirken während der
Entwicklung die Ausbildung der jeweiligen Geschlechtsorgane und eines
spezifischen Körperbaus, wobei sich die beiden Geschlechter in zahlreichen
Faktoren unterscheiden, wie z.B. Knochenbau, Verteilung von Muskel- und
Fettgewebe, Metabolismus u.a. Zu diesen Faktoren zählt auch die subjektive
Empfindung des Einzelnen, dem jeweils genetisch vorgegebenen Geschlecht
anzugehören.

Selbstverständlich
gibt es auch Abweichungen von dieser Norm. Hierzu gehören Abweichungen der
Geschlechtschromosomen (z.B. Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom), Störungen
der Entwicklung der Gonaden und auch das subjektive Empfinden, einem anderen
als dem genetisch definierten Geschlecht anzugehören. Letzteres kann als Geschlechtsidentitätsstörung
(„Geschlechtsinkongruenz“ oder „geschlechtsspezifische Nichtkonformität“) angesprochen
werden, da subjektives Empfingen und objektiver Befund (Chromosomensatz,
Körperbau) nicht übereinstimmen. Diese Inkongruenz kann von den betroffenen
Personen als extrem belastend empfunden werden, so dass eine Behandlung
erforderlich ist. Diese kann in einer psychiatrischen Behandlung bestehen oder
in geschlechtsangleichenden Maßnahmen, d.h. Hormontherapie und/oder
chirurgischer Eingriff, um das äußere Erscheinungsbild an das gefühlte
Geschlecht anzupassen (2).

Und
entgegen der Aussage der Expertin handelt es sich bei der Geschlechtsinkongruenz
um eine pathologische Störung bzw. Erkrankung. Wäre es anders, müsste diese
nicht behandelt werden und vor allem würden die Krankenkassen dann auch nicht
die Kosten der Behandlung übernehmen.

Ihr
Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1)
https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/469466/16

(2) https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/geschlechtsdysphorie/geschlechtsdysphorie

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