fast täglich neu – ein „Mann“, ein „Messer“ ein Mord …

Guten Morgen liebe Hessen,

Viele Zeitungsleser interessieren sich bei der morgendlichen Lektüre für den täglichen Wetterbericht oder die Börsennachrichten. Inzwischen gibt es wohl auch viele Leser, die sich beim täglichen Aufschlagen der Zeitung fragen, wo an diesem Tag ein „Mann“ mit seinem „Messer“ Personen angegriffen hat. Vor einigen Tagen traf es die baden-württembergische Kleinstadt Esslingen, wo ein „Mann“ mit einem „Messer“ in einer Schule eine 61-jährige Betreuerin und ein siebenjähriges Mädchen attackiert und schwer verletzt hatte. Die Frau und das Kind wurden schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert. Sie befinden sich außer Lebensgefahr. Die Betreuerin und das Kind hätten sich im Rahmen der Ferienbetreuung an der ferienbedingt geschlossenen Schule aufgehalten (1). Durch das couragierte Einschreiten der Betreuerin konnte der Angriff beendet und der Mann in die Flucht geschlagen werden. Das bei der Tat verwendete Küchenmesser wurde laut Polizei gefunden und sichergestellt. Die beiden verletzten Personen waren offensichtlich Zufallsopfer, da sie in keinem Verhältnis zum Täter standen (2).

Am Abend des Tattages wurde ein 24-Jähriger Mann unter dem dringenden Tatverdacht festgenommen und inhaftiert. Der Beschuldigte ist geständig. Gegen ihn wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt (3). Der Tatverdächtige ist polizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten (2). Über das Tatmotiv ist bislang nichts bekannt (1). Überprüft wird auch, ob bei dem Tatverdächtigen eine psychische Erkrankung vorliegt (3).

Im Rahmen der Fahndung gab die Polizei eine Beschreibung des Tatverdächtigen heraus, die neben den üblichen Angaben von Geschlecht („Mann“), Alter („etwa 30 bis 35 Jahre“), Größe („etwa 175 Zentimeter“) und Statur („schlank“) die in solchen Fällen meist sehr ausführliche Beschreibung der Kleidung mit Aufdruck auf der Mütze und Farbe der Socken enthielt. Nur im Kleingedruckten war der Vermerk „dunkelhäutig“ versteckt. Dabei fehlen in Fahndungshinweisen meist die wesentlichen Angaben über unveränderliche Merkmale – wie etwa die ethnische Zugehörigkeit des Tatverdächtigen. Hin und wieder findet man den Hinweis „südländisches Erscheinungsbild“, bei dem die meisten wahrscheinlich eher an einen Italiener oder Griechen denken, während damit in der Regel Orientalen oder Afrikaner gemeint sind.

Auch nach der Verhaftung des Täters werden von der Polizei wesentliche Informationen verschwiegen oder – vermutlich bewusst – ein falscher Eindruck vermittelt. So auch im vorliegenden Fall. Da meldete die Polizei in ihrer Mitteilung: „Der in Deutschland geborene, niederländische Staatsangehörige ist polizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten“ (4). Denn bei dem Begriff „niederländischer Staatsangehöriger“ erscheint vor dem geistigen Auge des Lesers – je nach Alter und Interessenlageentweder der holländische Fußballtrainer van Gaal, der amtierende König Willem Alexander oder die markante Gestalt von Rudi Carrell – ganz sicher aber kein Angehöriger der Gruppe der POC. Und das ist auch so beabsichtigt. Niemand soll einen Zusammenhang zwischen Zuwanderern und Messerangriffen herstellen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/mann-attackiert-frau-und-kind-mit-messer-vor-schule-in-esslingen_id_107955452.html

(2) https://www.fr.de/panorama/news-esslingen-grundschule-messerangriff-schule-frau-kind-verletzt-taeter-polizei-stuttgart-zr-91602381.html

(3) https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/attacke-esslingen-zwei-verletzte-100.html

(4) https://www.merkur.de/deutschland/baden-wuerttemberg/esslingen-gewalttat-schule-frau-kind-verletzt-polizei-taeter-fesnahme-motiv-zr-91602366.html

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