Fernseher, der Strom erzeugt? Tagesschau fällt auf falschen Erfinder rein

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich
verkündete die ARD-Tagesschau auf ihrer Internetpräsenz eine Weltsensation:
einen „Fernseher, der Energie generiert statt sie zu verbrauchen“. Angetrieben
werde das Gerät mit „Funkwellen“, also ohne Strom. Aber nicht nur das: „Selbst
wenn der Fernseher aus ist, können durch ihn andere Dinge mit Strom versorgt
werden“. Denn dann verwandele sich das Gerät in ein „Mikroschallgerät, das
Energie generiert“. Auf Twitter bewarb Jana Genth – Reporterin des ARD-Studios
Johannesburg – den Beitrag wie folgt: „Kein Kabel, keine extra Strahlung, keine
Emissionen, kein Rohstoff-Verbrauch. Klingt wie ein Teil der Lösung für die
Energiekrise“ (1).

Erfunden hat
das Gerät Maxwell Chikumbutso, der im Tagesschau-Beitrag ausführlich seine
Erfindung erläutert: „Der Fernseher nutzt gewissermaßen kostenlose, erneuerbare
und grüne Energie. Keine Emissionen, kein Verbrauch, keine Rohstoffe. Er nutzt
die Funkwellen und wandelt sie um“. Da fragt sich natürlich jeder, warum man
erst jetzt von der genialen Erfindung erfährt. Denn es handelt sich dabei um
nichts weniger als das Perpetuum mobile, nach dem Forscher in aller Welt seit
Jahrhunderten erfolglos suchen. Jeder, der auch nur ansatzweise im
Physik-Unterricht aufgepasst hat, weiß auch warum: Energie kann nicht neu
entstehen, sondern wird nur umgewandelt.

Das weiß die
Tagesschau-Reporterin aber wahrscheinlich nicht. Sie ist nicht nur von der
„Erfindung“ zutiefst überzeugt, sondern weiß auch, warum sich niemand in den
weißen Industrieländern dafür interessiert: weil sie aus Afrika stammt und der
Erfinder eine dunkle Hautfarbe hat. Mit einem Wort: aus reinem Rassismus. Das
bestätigt auch die ebenfalls öffentlich-rechtliche „Deutsche Welle“, die den
Beitrag übernommen hatte und wie folgt kommentierte: „Das ist eine tolle Idee,
die auch schon umgesetzt wird. Doch durchgesetzt hat sie sich noch nicht. Das
habe, klagt der Erfinder, auch mit einer großen Portion Rassismus zu tun“. Die
Autorin bedauert, dass es „für Innovationen aus dem südlichen Afrika wenig
Aufmerksamkeit“ gebe, obwohl Chikumbutsos Idee „ein ganz großer Wurf“ sein
könnte. Aber „in weiten Teilen Europas werde ihm nicht einmal zugehört“, schreibt
die Autorin (1).

Dabei ist der
Erfinder Maxwell Chikumbutso kein Unbekannter. Bereits vor mehreren Jahren
stellte er ein Elektro-Auto vor, das nicht geladen werden muss, weil es mit
Magnetwellen und Radiofrequenzen angetrieben wird. Kurze Zeit später wurde die
angebliche „Sensation“ als Falschnachricht entlarvt. Auch eine
„Straßenbeleuchtung, die nicht mehr solar gespeist wird, sondern mit
Funkwellen“ soll Chikumbutso erfunden haben – ebenfalls ein Fake.

Der
Tagesschau-Bericht löste eine Welle von Kritik aus. Offensichtlich fand sich
dann in der Redaktion doch noch jemand, der ein Grundverständnis für
physikalische Gesetzmäßigkeiten besitzt. Der Beitrag wurde dann aus dem
Internet genommen und war nicht mehr abrufbar. Dazu erklärte der NDR: „Nach der
Veröffentlichung hat uns Kritik am Text erreicht, die wir der Autorin
weitergegeben haben. Die Autorin prüft die Hinweise und hat uns gebeten, den
Artikel offline zu stellen. Dieser Bitte haben wir entsprochen“ (1). Über das
Ergebnis dieser „Prüfung“ wird die Welt vermutlich nie unterrichtet werden, um
dem Rassismus nicht Vorschub zu leisten.

Ihr Rainer
Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/der-fernseher-der-energie-erzeugt-tagesschau-faellt-auf-betrueger-herein-81349064.bild.html

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