FLÜCHTLINGE FORDERN MINDESTSTANDARDS: Sozialbetreuung, Mindestflächen pro Person, Zahl der Duschen, Recht auf schnelles W-LAN,…

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Älteren werden sich noch erinnern: an Flüchtlingslager nach dem Krieg. Das waren Barackensiedlungen, in denen Flüchtlinge unter beengten Verhältnissen hausten. Viele Flüchtlinge waren bei Kriegsende in Scheunen oder Ställen untergekommen. Aber alle waren vermutlich zufrieden, weil sie mit dem Leben davongekommen und nicht der Roten Armee in die Hände gefallen waren. Es waren zwar äußerst schwierige Verhältnisse, unter denen die Flüchtlinge damals lebten, aber kaum jemand wäre auf den Gedanken gekommen, Forderungen zu stellen und etwa eine eigene neue Wohnung oder neue Möbel oder ähnliches zu fordern.

Das ist heute anders. Heute gibt es auch viele Flüchtlinge, die ihr Heimatland verlassen haben. Viele von ihnen sind tatsächlich vor Terror und Krieg geflüchtet, viele aber auch einfach deshalb, weil sie in der Heimat keine Perspektive mehr gesehen haben. Und viele fliehen nicht einfach dorthin, wo sie in Sicherheit sind, sondern in das Land, in dem es die besten Sozialleistungen gibt: Deutschland. Obwohl die Türkei viel näher an der Heimat ist und man dort auch in Sicherheit ist und im selben Kulturkreis bleibt.

Aber in Deutschland gibt es meist neue Unterkünfte, d.h. neu erbaute Häuser mit zeitgemäßer Ausstattung, Rundum-Service und ein Taschengeld. Also deutlich mehr als in der Türkei und auch viel mehr, als zum Überleben erforderlich ist. Das genügt manchen der Zuwanderer aber nicht. Sie wollen noch mehr und fordern das auch vehement ein.

Wie z.B. in Frankfurt. Da wurden Flüchtlinge in einer neu gebauten Unterkunft untergebracht und mit allem versorgt, was sie benötigen. Aber eine Flüchtlingsunterkunft ist natürlich kein Luxus-Hotel oder eine Villa mit Park. Da treten hin und wieder Probleme auf, weil der Platz beschränkt ist oder ein elektrisches Gerät nicht funktioniert. Und da eskaliert die Situation schnell, so dass die Mitarbeiter des Sozialdezernats eingreifen müssen. Mit Dolmetscher für die verschiedenen Sprachen, weil die Bewohner auch nach vier Jahren Aufenthalt in Deutschland der Landessprache nicht mächtig sind (1).

Und deshalb fordern verschiedene Organisationen jetzt Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte – die vermutlich auch einklagbar sein sollen. Das betrifft die Sozialbetreuung, die Mindestflächen pro Person, die Zahl der Duschen oder das Recht auf schnelles W-LAN (2). Wie das sichergestellt werden soll, verraten sie nicht. Denn alle Ressourcen und Mittel sind endlich. Und wenn die Zahl der Zuwanderer nicht festgelegt ist („keine Obergrenze“), kann ein bestimmter Mindeststandard nicht garantiert werden.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465139/34
(2) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/465603/54-55

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren