Flutmanager Armin Laschet (CDU) – Landeskasper möchte Bundeskasper werden

Guten Morgen liebe Hessen,

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU, ist eine rheinische Frohnatur. Dafür kann er nichts und das könnte ihm bei seiner Kandidatur und im Kanzleramt helfen. Denn mit Humor lassen sich viele Situationen entschärfen. Das wusste schon Konrad Adenauer – ebenfalls aus dem Rheinland und mit dem entsprechenden Humor ausgestattet. Aber Adenauer wusste auch, wo ein launiger Spruch oder eine lustige Bemerkung angebracht waren und wo nicht. Und der gläubige Katholik Adenauer wäre nie auf den Gedanken gekommen, etwa während eines Gottesdienstes ausgelassen loszulachen oder gar während einer Trauerfeier – selbst wenn der Tote Stalin oder Chruschtschow gewesen wäre.

Armin Laschet ist da anders. Für ihn ist das ganze Jahr Karneval und gelacht wird immer und überall. Und das nicht nur bei der Kappensitzung der Ranzengarde, sondern auch bei Anlässen, die bei normalen Menschen eine ausgelassene Stimmung nicht aufkommen lassen. Und so besuchte Laschet am Samstag den Erftstadter Ortsteil Blessem der NRW-Gemeinde Erftstadt westlich von Köln, in dem es nach einem Starkregen zu massiven Erdrutschen gekommen war. Mehrere Häuser wurden zerstört, Personen werden noch vermisst. Am Samstag besuchen der Bundespräsident und der zuständige Ministerpräsident Laschet den Ort und lassen sich von Einsatzkräften über die Lage informieren. Anschließend tritt der Bundespräsident vor die zahlreichen Mikrofone der Medien. Er vermittelt einen betroffenen Eindruck und sagt: „Wir trauern mit denen, die ihre Freunde, Bekannten, Familienangehörigen verloren haben – ihr Schicksal zerreißt uns das Herz“. Während dieser Worte sieht man im Hintergrund Armin Laschet und weitere Personen stehen, die sich offensichtlich in bester Stimmung befinden und lachen (1). Worüber Laschet und seine Entourage lachen, ist unklar – aber auch egal. Dem Zuschauer, der den Worten des Bundespräsidenten lauscht, vermittelt Laschet den Eindruck, er befinde sich bei bester Laune auf einer Kappensitzung im Gürzenich. In jedem Fall unangemessen und völlig daneben.

Später versucht Laschet, sich zu entschuldigen: „Ich danke dem Bundespräsidenten für seinen Besuch. Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben. Umso mehr bedaure ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid“ (2). Auch das ist völlig daneben. Laschet bedauert den Eindruck, der entstanden ist. Soll heißen: nicht sein ausgelassenes Herumalbern ist im peinlich, sondern, dass die Kameras das eingefangen haben. Oder dass beim Zuschauer der – zutreffende – Eindruck entstanden ist, dass sich der Landeskasper nicht der Situation entsprechend verhält, sondern während einer Trauerrede des Präsidenten ausgelassen herumalbert. Und dann schiebt Laschet als „Entschuldigung“ die Erklärung nach, er habe im Hintergrund die Rede des Präsidenten nicht hören können. Auch wenn das stimmen sollte: Laschet konnte wohl kaum annehmen, der Bundespräsident erzähle vor den Kameras launige Anekdoten oder hält eine Büttenrede.

Laschet ist aber nicht irgendein X-beliebiger Politiker oder Ministerpräsident – sondern er wurde von seiner Partei für das Amt des Bundeskanzlers nominiert. Für einen Kanzlerkandidaten ist dieser Auftritt erbärmlich, zeigt dessen charakterliche Verwahrlosung und disqualifiziert ihn für jedes Amt – und vor allem für das eines Kanzlers.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/469898/2-3

(2) https://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl/kommentar-laschet-lacht-im-flutgebiet_id_13505943.html

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