Focus berichtet von Sensation: Flüchtling lernte Deutsch!

Guten Morgen liebe Hessen,

Im FOCUS erschien kürzlich ein Beitrag unter der Überschrift „Musste sieben Stunden am Tag lernen“, was offensichtlich als besondere Zumutung oder als besondere Leistung angesehen wird. Der aufmerksame Leser fragt sich jedoch, was daran besonders ist. Ein 7-Stunden-Tag ist für Schüler oder Studenten völlig normal – viele investieren sogar wesentlich mehr Zeit ins Lernen und arbeiten dann noch nebenher, um sich das Studium finanzieren zu können. Dabei geht es natürlich nicht um einen X-beliebigen Schüler, sondern um Omar Al Aswad, der 2015 als „Schutzsuchender“ aus Syrien ohne Deutschkenntnisse nach Hameln kam und jetzt am Schiller-Gymnasium sein Abitur mit der Note 1,3 bestanden hat. Dabei hat er eine dramatische „Fluchtgeschichte“ hinter sich: nach einem „heimlichen Grenzübertritt nach Jordanien“ unternahm er eine „lebensgefährliche Fahrt im kaum belüfteten Laderaum eines Transporters durch die Türkei“, dann ging es auf ein „überfülltes Schlauchboot auf dem Mittelmeer“, gefolgt von „Fußmärschen durch Südosteuropa“ und letztendlich die Aufnahme in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland (1). Die Flucht vor dem Assad-Regime war jedoch spätestens in Jordanien zu Ende – der Rest war dann nur die „Flucht“ in das Land, in dem jeder vom Staat alimentiert wird, ohne eine Gegenleistung zu erbringen (vorausgesetzt er kommt aus dem Ausland und behauptet, geflohen zu sein).

Nachdem Omar in Deutschland eingereist war, hat er dann „direkt am dritten oder vierten Tag angefangen, Deutsch zu lernen“ und beherrscht die Sprache heute fast perfekt (1). Das ist in der Tat etwas Besonderes und einen Artikel im FOCUS wert. Denn viele Zuwanderer lernen die Landessprache entweder überhaupt nicht oder nur rudimentär. Viele Einwanderer der ersten Generation – vor allem aus der Türkei – sprechen selbst nach Jahrzehnten kaum oder überhaupt kein Deutsch. Diese Integrationsverweigerung ist aber nicht nur den Zuwanderern anzulasten. Denn es bestand für viele überhaupt keine Notwendigkeit, die deutsche Sprache zu erlernen. Denn zum einen gibt es große türkische und arabische Communities, in denen man sich gut bewegen kann, ohne ein einziges Wort Deutsch zu verstehen, da in den Cafés, Geschäften, Arztpraxen und Anwaltskanzleien die Heimatsprache gesprochen wird. Und selbst wenn man mit einer deutschen Behörde Kontakt aufnehmen muss, findet sich dort in aller Regel ein mehrsprachiger Mitarbeiter, der zumindest die gängigen Zuwanderersprachen beherrscht. Und Infoblätter und Formulare gibt es ohnehin in allen gängigen Sprachen.

Insoweit ist Omar eine rühmliche Ausnahme. Und er hat auch schon konkrete Pläne: er möchte Medizin studieren und hat bereits die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt (1). Was ihm aber offensichtlich nicht in den Sinn kommt: Asyl ist ein temporärer Aufenthaltsstatus bis zu dem Zeitpunkt, zu dem eine Rückkehr in das Heimatland möglich ist, weil der Fluchtgrund weggefallen ist. Und so hat er wohl auch nicht vor, sich am Wiederaufbau seines Landes zu beteiligen, sondern er zieht das bequeme Leben in einem wohlhabenden Industrieland vor. Dabei würde sein Heimatland gerade motivierte und fleißige Bürger besonders dringend benötigen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/regional/niedersachsen/omar-floh-allein-nach-deutschland-omar-konnte-vor-sechs-jahren-kein-wort-deutsch-nun-hat-er-einser-abi-in-der-tasche_id_13491267.html

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