Frankfurt am Main – Fahrradhauptstadt der Republik

Guten
Morgen liebe Hessen,

Frankfurt
soll zur Fahrradhauptstadt umgebaut werden. Das ist das erklärte Ziel des
grünen Verkehrsdezernenten. Autos stören da nur und müssen deshalb weg. Seit
Jahren erfolgt dieser Umbau, wobei immer mehr und immer breitere Radwege entstehen.
Dafür fallen dann Fahrspuren oder Parkplätze weg. Genutzt werden die Radwege
selten bis überhaupt nicht, meist fahren die Radfahrer auf der Fahrspur oder
dem Gehweg – wie früher auch. Damit der Verkehr möglichst großflächig behindert
wird, sucht der Dezernent offensichtlich gezielt nach Straßen, wo der Verkehr
bislang noch einigermaßen flüssig lief. Kürzlich wurde er fündig: im Marbachweg
in der Nähe des Hessischen Rundfunks. Da gab es einen Fahrstreifen für Autos,
einen Radweg, einen Gehweg und Parkplätze für die Anwohner. Der Verkehr lief
und alle waren zufrieden. Anfang des Jahres wurden Sanierungsarbeiten an der
Straße vorgenommen. Als diese beendet waren, fehlten 17 Parkplätze – dafür war
der Radweg entsprechend breiter geworden. Begründung der zuständigen
Straßenverkehrsbehörde: wegen der Gefahr von „Dooring“-Unfällen, bei denen
Radfahrer gegen sich plötzlich öffnende Autotüren prallen, mussten die
Parkplätze entfernt werden (1).

Doch
keine Regel ohne Ausnahme. Weil einer der 17 Parkplätze ein
Behindertenparkplatz war, musste der wieder her. Und der wurde dann mitten im
Radweg markiert (2). Da scheinen „Dooring“-Unfälle dann keine Rolle zu spielen.
Radweg und Parkplatz sorgten in der Bevölkerung und dem zuständigen Ortsbeirat
für erheblichen Unmut. Der Ortsvorsteher sieht die Parkplatz-Posse als klaren
Beweis dafür, dass die Stadt „nun völlig übertreibt beim Ausbau der Radwege“ und
forderte den Rückbau und die Wiederanlage der Parkplätze. Den
Behindertenparkplatz mitten im Radweg bezeichnete er als „Witz“ (2). Das
Verkehrsdezernat nahm die Kritik auf. Der Behindertenparkplatz wurde einige
Tage später mit zwei Fahrradbügeln und rot-weißen Pollern abmarkiert. Das ist
selbst für einen Ortsbeirat der mitregierenden SPD nicht mehr verständlich:
„Der breite Radweg mitsamt dem kuriosen Behindertenparkplatz war für mich als
Durchschnittsbürger schon nicht nachvollziehbar. Aber das, was jetzt passiert,
stellt jegliche Logik in Frage“. Jeden Morgen blickt er jetzt gespannt auf den
betroffenen Abschnitt im Marbachweg: „Es gibt jeden Tag eine neue Überraschung.
Da geht noch was“ (3).

Ein
FDP-Ortsbeiratsmitglied hat inzwischen auch mit dem Zollstock nachgemessen:
Parkplätze, Rad- und Fußweg würden bei der vorhandenen Gesamtbreite von 6,30 m
nebeneinander funktionierten – wie vorher auch. Offensichtlich gehe es den
grünen Verkehrsplanern nicht um die Interessen aller Verkehrsteilnehmer,
sondern nur um ihre Ideologie (3). Tatsächlich kann jeder dort, wo die Grünen
regieren, täglich den Irrsinn besichtigen: Radwege breit wie Landstraßen, die
aber keiner braucht und auch keiner nutzt. Hauptsache Behinderung des Verkehrs.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.fnp.de/frankfurt/nachbarn-sauer-ploetzlich-war-die-radspur-da-91289569.html

(2) https://www.fnp.de/frankfurt/frankfurts-gaga-radweg-erhitzt-die-gemueter-91368894.html

(3) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/473110/16-17

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