Fremdenfeindliche Medien – Negative Berichte über Shisha-Bars

Guten Morgen liebe Hessen,

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) schreibt derzeit angesichts der Corona-Krise ein grundsätzliches Kontaktverbot für mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit vor. Als Folge sind alle öffentlichen Lokale und Bars geschlossen. Die Maßnahme ist sinn-voll und angemessen, da sie eine Ausbreitung der Infektion deutlich reduziert und im Ergebnis zu weniger Infektionen und Todesfällen führt. Die Bevölkerung hält sich auch im Wesentlichen an die Vorschrift, da der Sinn unmittelbar einsichtig ist. Es gibt aber auch Verstöße. So werden teilweise in Anlagen und auf Spielplätzen sog. „Corona-Partys“ gefeiert. So wurde z.B. in Wiesbaden bei 376 Kontrollen von Spielplätzen 58 Verstösse festgestellt, mehr als 550 Erwachsene und Kinder von den gesperrten Flächen verwiesen (1).

Aber auch verschiedene Lokale halten sich nicht an die Beschränkungen. So melde-ten Nachbarn einer Shisha-Bar, dass dort eine „Corona-Party“ gefeiert würde. Die anrückenden Polizeibeamten vernahmen Geräusche aus dem Inneren der Bar. Nachdem die Tür jedoch nicht geöffnet wurde, rückte die Feuerwehr an und brach die Tür auf. In der Bar befanden sich mehr als 20 Personen, deren Personalien aufgenommen wurden. Der zuständige CDU-Innenminister des Landes Baden-Württemberg bezeichnete „Coronapartys“ als „asozial“. Auch der Stuttgarter OB Fritz Kuhn (Grüne) fand deutliche Worte: „Wer sich jetzt noch in Gruppen versammelt und Partys feiert, handelt gegen die Gesellschaft und nimmt in Kauf, dass Menschen schwer krank werden oder sogar sterben. Manch einer findet es vielleicht witzig, die Corona-Verordnung zu umgehen oder heimlich auszutricksen, aber das ist asozial und unanständig all denjenigen gegenüber, die sich an die Verbote zum Schutz der Gemeinschaft halten“. Dieses Verhalten sei ein absolutes No-Go und würde bestraft werden (2).

Gegen die Besucher und den Betreiber der Shisha-Bar wurden Anzeigen erstattet. Dem Betreiber der Bar droht der Entzug der Genehmigung für den Betrieb seiner Shisha-Bar. Als besonders dreist wurde ein Bericht der Stuttgarter Nachrichten bezeichnet, dass “auf dem Instagram-Account der betreffenden Stuttgarter Shisha-Bar 24 Stunden nach der Razzia der Hashtag #wirsindda aufgetaucht sei, um weiter für das Lokal zu werben” (3).

Wenn ein prominenter Fußballer trotz Verbot in einer Shisha-Bar erwischt wird, sind die Behörden großzügiger. Der Marokkaner Amine Harit vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 wurde in der Essener „Buddy Bar“ mit 10 weiteren Personen angetroffen. Die Polizei sprach eine mündliche Verwarnung aus (4). Möglicherweise haben sie berücksichtigt, dass der Kicker nur noch ein karges Gehalt erhält und ihn eine Geldbuße von einigen hundert Euro empfindlich treffen würde. Auch in Düsseldorf wurde eine Shisha-Bar geschlossen, in der sich elf Gäste aufhielten (5). In Wiesbaden hielten sich ebenfalls zwei Shisha-Bars nicht an die Auflagen. In einer Shisha-Bar wurden bei einer Polizeikontrolle 16 Personen angetroffen, in einer weiteren fünf Personen. Beide Bars wurden versiegelt, um weitere Verstöße zu verhindern (1).

Warum gerade häufig über Verstösse in Shisha-Bars berichtet wird, ist unklar. Sicher liegt es nicht daran, dass deren Besucher kulturbedingt wenig geneigt sind, Verbote deutscher Behörden zu beachten. Wahrscheinlich haben die Medien einfach nur vergessen, über Verstöße anderer Lokale zu berichten.


Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/shisha-bars-wegen-verstoessen-gegen-corona-auflagen-versiegelt-16704445.html
(2) https://www.heidelberg24.de/region/coronavirus-stuttgart-coronaparty-shisha-bar-polizei-einsatz-kontaktverbot-strafen-13632000.html
(3) https://www.echo24.de/region/coronavirus-stuttgart-polizei-corona-partys-shisha-bar-menschen-13632117.html
(4) https://www1.wdr.de/sport/fussball/erste-bundesliga/harit-116.html
(5) https://rp-online.de/nrw/panorama/corona-in-nrw-elf-menschen-trafen-sich-in-shisha-bar-polizei-schritt-ein_aid-49799885

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